Pro Schule bis zu 10.000 Euro ist der falsche Weg

Der extrem hohe Sanierungsbedarf der Berliner Schulen stellt die bezirklichen Verwaltungen vor kaum lösbare Schwierigkeiten. Die in diesem Jahr zusätzlich zur Verfügung stehenden 50 Mio. € für die Sanierung der Gebäude können mangels Fachpersonal in den jeweiligen Hochbauämtern nicht vollständig zweckbestimmt investiert werden. Die Verteilung von ca. 10 Mio. € nach dem Gießkannenprinzip ist daher als Kapitulation vor der mangelnden Effektivität der Verwaltungen zu sehen. Die Einbeziehung externer Dienstleister hingegen ist eine folgerichtige Entscheidung.

13.01.2009 Berlin Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Von den politisch Verantwortlichen muss gewährleistet werden, dass die Nachhaltigkeit der Investitionen sowie die Refinanzierung sichergestellt wird. So werden im Zuge der anstehenden Strukturreform Schulen geschlossen, jegliche Investition in bauliche Maßnahmen dieser Schulen wäre somit reine Verschwendung.

Darüber hinaus bedarf es dringend einer energetischen Sanierung der Schulgebäude. Die Verbesserung der Energieeffizienz führt bei Umsetzung eines durchdachten ganzheitlichen Modernisierungskonzepts innerhalb von wenigen Jahren zu einer vollständigen Amortisation der Investitionskosten. Einzelmaßnahmen sind hingegen reine Flickschusterei und amortisieren sich in der Regel nie.

Die infolge des Konjunkturpaktes der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Finanzmittel und die eigenen Haushaltsmittel reichen jedoch nicht aus, um den extremen Investitionsbedarf aller Berliner Schulen abzudecken. Daher ist es erforderlich über partielle Kooperationen mit der Privatwirtschaft im Zuge eines Energiecontracting und/oder einer Private Public Partnership nachzudenken.

Die dringend erforderliche Sanierung und Modernisierung der Berliner Schulen darf nicht nach dem Motto erfolgen: "Wer am lautesten schreit, bekommt am meisten.", vielmehr müssen die Investitionen unter reinen wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführt werden. Nur dies stellt sicher, dass die Refinanzierung ermöglicht wird und dass die eingesparten Energiekosten unmittelbar wieder in das Bildungssystem investiert werden können. Auf diese Weise werden die Schulen mittelfristig doppelt unterstützt.


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