Sachsen

Produktives Lernen: Schüler meistern Hauptschulabschluss und Lehrer erhalten Zertifikat für Weiterbildungsstudium

Von 87 Schülern haben 63 Schüler des Schulversuchs "Produktives Lernen" ihren Hauptschulabschluss erreicht. Damit liegt die Bestehensquote des ersten Jahrgangs bei 73 % Prozent.

01.07.2011 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

"Das ist ein großer Erfolg für die Schüler und Lehrer", so Kultusminister Roland Wöller. Produktives Lernen richtet sich an akut abschlussgefährdete Hauptschüler der Klassenstufe 8 und 9. Die Mädchen und Jungen lernen an zwei Tagen der Woche in der Schule und an drei Tagen in einem Unternehmen. "In der Praxis begreifen die Jugendlichen am besten, dass sie nicht für die Schule, sondern für ihr späteres Berufsleben lernen", erklärte Wöller. Der Schulversuch sei ein Rettungsring für Schüler, die trotz zahlreicher Bemühungen bisher keinen Erfolg in der Schule hatten. "Jeder Schüler ohne Abschluss ist einer zu viel. Wir müssen die Leistungsbereitschaft der schwächeren Schüler steigern und ihnen das Lernen wieder schmackhaft machen, denn in Sachsen zählt jeder Schüler!", betonte der Minister.

Produktives Lernen sei für bestimmte Schüler ein alternativer Lernweg, um doch noch einen Abschluss zu erreichen. Derzeit werden rund 200 sächsische Schüler an sieben Schulen mit diesem speziellen Angebot auf ihrem Weg zum Hauptschulabschluss begleitet. "Ohne die Unterstützung von Praxisbetrieben und Schulträgern und ohne das besondere Engagement der beteiligten Lehrer wäre der Schulversuch nicht umsetzbar gewesen. Die Erfolge der Schüler sind ihr Verdienst", so Wöller, der heute (1. Juli 2011) 16 Lehrer mit dem Zertifikat "Pädagoge des Produktiven Lernens" ausgezeichnet hat. In drei Jahren haben die Lehrer das neben ihrem Beruf notwendige Weiterbildungsstudium am Institut für Produktives Lernen in Europa (IPLE) erfolgreich absolviert.

Der Schulversuch wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Sachsen und soll bis zum Schuljahr 2013/14 einschließlich Kofinanzierung mit insgesamt drei Millionen Euro unterstützt werden. Projektträger ist das Berliner Institut für Produktives Lernen in Europa. Das gemeinnützige Institut führt bereits ähnliche Projekte in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt durch.

Schulen mit je einem Standort Produktives Lernen

121. Mittelschule "Johann Georg Palitzsch" Dresden; Mittelschule Freital-Potschappel; Georg-Weerth-Mittelschule Chemnitz; Mittelschule "Am Holländer" Döbeln; 1. Mittelschule Hoyerswerda; Georg-Schumann-Schule – Mittelschule der Stadt Leipzig; Dr.-Christoph-Hufeland-Mittelschule Plauen.

Produktives Lernen

  • Schulversuch für abschlussgefährdete Schüler der Klassenstufen 8 und 9
  • Der 2-jährige Bildungsgang ist in Trimester gegliedert (also pro Schuljahr 3 Etappen)
  • Schüler lernen an zwei Tagen in der Woche in der Schule, an drei Tagen in einem Unternehmen.
  • In jedem Trimester ist man in einem anderen Betrieb. Also: insgesamt 6 verschiedene Betriebe (die Jugendlichen können in Unternehmen, Verwaltungen, Vereine, soziale und kulturelle Einrichtungen gehen)
  • Stundentafel wird für diese Schüler verändert
  • Unterrichtsfächer sind: Mathematik, Deutsch, Englisch, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Kommunikation. Dazu gehört natürlich auch das Lernen in der Praxis, das ebenfalls bewertet wird.

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