Qualitätsgeprüfte Schule

"Gegen eine externe Qualitätsprüfung der Schulen hat der VBE grundsätzlich nichts einzuwenden", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Allerdings haben wir noch viele Fragen dazu, was der Qualitätsanalyse folgen soll, damit Schulen sich wirklich weiterentwickeln können."

23.08.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Schulministerin erklärt, die Auswertungen der Qualitätsteams, die die Schulen besuchen werden, seien als Grundlagen für Zielvereinbarungen mit der Schulaufsicht gedacht. Darüber hinaus böten sie den Schulen gute Ansatzpunkte für die eigene Weiterentwicklung. Allerdings wird offen gelassen, wer eine Schule bei ihrer Entwicklung in welcher Form unterstützen wird, wenn von einem Qualitätsteam Defizite aufgedeckt worden sind.

Wird beispielsweise an einer Schule ein erhöhter Förderbedarf festgestellt, ist es wichtig zu wissen, ob die Schule diesen dann ohne zusätzliche Hilfe decken muss oder eventuell zusätzliche Lehrerstellen oder Mittel zugewiesen bekommt.

"Unter eigenverantwortlichen Schulen dürfen nicht Schulen verstanden werden, die alles allein managen müssen, wenn Probleme aufgedeckt worden sind", so Beckmann weiter. "Es genügt auch nicht, Zielvereinbarungen zu formulieren. Die Schulen erwarten von der Landesregierung klare Aussagen darüber, was nach den Qualitätsprüfungen passieren soll."

Nach den bisherigen Aussagen der Landesregierung soll die Beratung und Unterstützung der Schulen eine Schwerpunktaufgabe der Schulaufsicht sein. Diese wird allerdings gerade personell ausgedünnt, indem etwa ein Drittel der Stellen für die Bildung von Qualitätsteams abgezogen und nicht ersetzt werden sollen. Es ist auch nicht bekannt, von welchen Aufgaben die Schulaufsicht entlastet werden soll, um sich der neuen umfänglichen und zeitintensiven Aufgabe zu widmen. Die Landesregierung hat es darüber hinaus versäumt, mit der Einrichtung der Qualitätsteams die Schulaufsicht neu zu ordnen und aufgabengerecht zu strukturieren.

"Einmal mehr macht die Landesregierung einen ersten Schritt, ohne an den zweiten zu denken", so Beckmann abschließend. "Die Schulen in die Eigenverantwortlichkeit zu entlassen, darf nicht bedeuten, sie sich selbst zu überlassen."


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