Radeln für eine gesunde Schule
Am 04. Juni trafen sich mittags 600 Lehrkräfte im Schlachthof zu einer Personalversammlung. Themen waren die unzureichende Ausstattung der Bremer Schulen und die Gesundheit der Lehrkräfte.
05.06.2014 Pressemeldung GEW Bremen"Gesunde Schule heißt, dass wir Bedingungen haben, die gute Bildung möglich machen. Unsere Arbeit lebt von unserem Engagement, unserer Motivation, von unserer Professionalität und davon, dass wir die Energie haben, unsere Arbeit anzupassen an die sich dauernd verändernden Bedingungen – in der Schule und in der Gesellschaft", erklärt Petra Lichtenberg, Landesvorstandssprecherin der GEW Bremen. "Gesunde Schule geht nicht, ohne dass dafür vom Senat und von der Bildungsbehörde die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Immer nur noch einen oben drauf und das mit immer weniger Personal – das haut nicht hin."
Im Anschluss an die Personalversammlung hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unter dem Motto "Wir strampeln uns ab" zu einem Fahrradkorso zur Bildungssenatorin aufgerufen. 200 Lehrkräfte setzten sich auf ihre Fahrräder, um "für ihre Gesundheit zu sorgen". Dabei überquerten sie den Stern und den Rembertikreisel und lösten durch etliche Extrarunden einen erheblichen Verkehrsstau aus. Vor der Bildungsbehörde übergaben die Lehrkräfte einem Vertreter der Bildungsbehörde ihre Forderungen.
In der turbulenten Versammlung hatten die Lehrkräfte kritisiert, dass inzwischen an vielen Schulen die Lehrkräfte regelmäßig zu unbezahlter Mehrarbeit für Vertretungen herangezogen werden. Die unzureichende Lehrerversorgung und die hohe Aufgabenflut führten außerdem dazu, dass die Belastungen für die KollegInnen immer weiter zunähmen, während gleichzeitig die Qualität des Unterrichts abnehme, so der Tenor der Versammlung.
"Die Situation an den Schulen ist der Unterfinanzierung von Bildung geschuldet und der fehlenden demokratischen Beteiligung der Lehrkräfte an der Schulentwicklung. Viele Unsinnigkeiten, die uns die Zeit für guten Unterricht rauben, wären nicht beschlossen, wenn man uns einbezogen hätte", so Lichtenberg. "Damit sich etwas ändert, müssen wir die Situation öffentlich machen und die Proteste ausweiten!"
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