Rau weist Vorwurf der GEW scharf zurück
Kultusminister Helmut Rau hat den Vorwurf der GEW, das Kultusministerium habe die Lehramtsanwärter über die Einstellungschancen im Unklaren gelassen, scharf zurückgewiesen. "Dass die Zahl der Einstellungen im Bereich der Grund- und Hauptschulen im Jahre 2007 erheblich geringer sein wird, ist seit längerer Zeit bekannt. Auch bei den Informationsveranstaltungen in allen Grund- und Hauptschulseminaren Anfang des Jahres ist auf die veränderte Situation hingewiesen worden", sagte Rau.
22.06.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergDie Koalitionsvereinbarung und die Regierungserklärung würden für diese Legislaturperiode trotz rückläufiger Schülerzahlen keine Stellenstreichungen vorsehen, aber auch keine Neustellen. Die demografische Entwicklung wirke sich bereits im Grundschulbereich aus. Die Schülerzahl sinke dort nach den Prognoseberichten aus dem Monat Mai um 12.000. Durch die Anhebung der Unterrichtsverpflichtung von Anwärtern und Referendaren um eine Stunde sei es zudem gelungen, einen "numerus clausus" für den Vorbereitungsdienst (Referendariat) zu vermeiden, obwohl die Anzahl der Lehramtsanwärter deutlich zunehme.
Rau betonte, dass die Lehrereinstellung zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sei. Insbesondere sei das Nachrückverfahren im Rahmen der Hauptzuweisung noch offen. In diesem Jahr komme noch hinzu, dass das Land zur weiteren Stärkung der Hauptschule beabsichtige, zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung zu stellen. Das Maßnahmenpaket werde nächste Woche im Kabinett beraten.
Ein abschließender Überblick zur Einstellungsbilanz zum neuen Schuljahr sei deshalb noch nicht möglich. Der Vorstoß der GEW habe jedoch zu Unsicherheiten geführt. Deshalb gebe das Kultusministerium die vorläufigen Zahlen bekannt. Danach werden zum neuen Schuljahr insgesamt 3.240 Lehrkräfte in den öffentlichen Schuldienst neu eingestellt. Im Grund- und Hauptschulbereich ist mit 400 Neueinstellungen zu rechnen, die Sonderschulen erhalten 230 neue Lehrkräfte, die Realschulen 380, die Gymnasien 1.250 und die Beruflichen Schulen 800. Des Weiteren werden 180 Fachlehrer/innen eingestellt. Von den 3.240 Neueinstellungen seien 1.258 durch die Schulen im Rahmen der schulscharfen Stellenausschreibung vorgenommen wurden.
Rau wies nochmals darauf hin, dass es sich dabei um vorläufige Zahlen handle. Entsprechend der Praxis vergangener Jahre würden zum Schuljahresbeginn die Einschätzung zur Unterrichtsversorgung und die feststehenden Zahlen zur Lehrereinstellung bekannt geben.
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