Realschule plus mit Lehrkräfte-Minus

"Wenn die Strukturreform erfolgreich werden soll, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen", mahnt der Landesvorsitzende des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) Bernd Karst. Die zum neuen Schuljahr startende Realschule plus beginnt nämlich gleich mit einem Lehrkräfte-Minus. Selbst wenn die befristeten Arbeitsverträge mit nicht voll ausgebildeten Vertretungskräften einbezogen werden, liegt das Versor¬gungsdefizit nach Berechnungen des VDR bei den Realschulen, den Realschulen plus und den Integrierten Gesamtschulen zwischen 2 und 4 %.

20.08.2009 Pressemeldung Verband Reale Bildung

In der schwierigen Phase des Umbaus des Schulsystems ist über die volle Unterrichtsversorgung hinaus eine Reserve erforderlich. Diese ist bei unerwartet notwendigen Differenzierungs- und Individualisierungsma߬nahmen unentbehrlich. Außerdem wäre damit flexibel auf temporäre Ausfälle durch Krankheiten oder Schulfahrten zu reagieren.

Ein weiteres Handicap beim Start in das neue Schuljahr sieht der VDR in der unvollständigen Besetzung der Leitungsfunktionen. So ist das eigens geschaffene Amt des Pädagogischen Koordinators in den Schulleitungen der Realschule plus bisher in kaum einer Schule besetzt. Außerdem ist die Zukunft von Schulleitungsmitgliedern, die durch Zusammenschluss von Schulen "überzählig" geworden sind, z.T. noch immer ungeklärt.

Die Besoldung aller Lehrkräfte der Realschulen plus in der Besoldungs¬gruppe A 13 ist nach Ansicht des Verbandes eine logische Konsequenz aus der Schulstrukturreform. Der VDR fordert darüber hinaus die Zuordnung der Realschullehrerschaft zur Laufbahn des Höheren Dienstes. Nur mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einer attraktiven Besoldung könne man erreichen, dass der sich abzeichnende Lehrermangel nicht dramatische Formen annimmt.

Verband Deutscher Realschullehrer (VDR), Landesverband Rheinland-Pfalz

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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