Rheinland-Pfalz

Realschullehrer fordern Berücksichtigung der Klassenleitertätigkeit an Schulen

Die Arbeitszeit der Lehrkräfte bemisst sich nach der Zahl der Pflichtstunden. Diese ist seit Jahrzehnten konstant geblieben. Dagegen sind die Anforderungen an die Pädagogen außerhalb des Fachunterrichts im Bereich der Beratung und Erziehung in den letzten Jahren enorm gewachsen, ohne dass dies beim Stundenkontingent berücksichtigt worden wäre, kritisiert der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR).

24.04.2013 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Die Klassenleitung muss heute ein Netzwerk zur individuellen Beratung und Betreuung der Schüler/innen knüpfen, d.h. sie muss - viel umfangreicher als früher – Kontakte herstellen und verhandeln mit Berufsberatern, Betrieben, Nachbarschulen, Jugendamt, Schulsozialarbeitern, schulpsychologischem Dienst, Ärzten, Erziehungs- und Familienberatungsstellen, Polizei usw. Darüber hinaus muss sie viel mehr Zeit aufwenden für therapeutische Gespräche mit Schülern, Beratungsgespräche mit Eltern sowie für Absprachen mit den Kollegen. Das alles bleibt bei ihrer Arbeitszeit praktisch unberücksichtigt.

"Wenn sich die Lehrkräfte weiterhin den von Familie und Gesellschaft zunehmend an die Schule übertragenen erzieherischen Aufgaben widmen sollen, müssen Freiräume geschaffen werden", so der VDR-Landesvorsitzende Bernd Karst. "Die Erziehungs- und Betreuungsarbeit darf nicht zu Lasten des Fachunterrichts gehen."

Der VDR hat in einem Gespräch mit Bildungsministerin Doris Ahnen gefordert, dass zumindest die Erziehungs- und Beratungsarbeit der Klassenleiter mit zwei Wochenstunden auf die Unterrichtsverpflichtung angerechnet wird.

Hintergrund:
Die Unterrichtsverpflichtung für den Fachunterricht (gebundene Arbeitszeit) beträgt gem. § 3 Lehrkräftearbeitszeitverordnung für Lehrkräfte an

  • Grundschulen 25 Wochenstunden zu 50 Minuten,
  • Realschulen plus und Förderschulen 27 Wochenstunden zu 45 Minuten,
  • Gymnasien und berufsbildenden Schulen 24 Wochenstunden zu 45 Minuten,
  • Integrierten Gesamtschulen zwischen 24 und 27 Wochenstunden zu 45 Minuten.

Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie Korrekturen usw. erfolgen in der nicht näher definierten ungebundenen Arbeitszeit.

www.realschule-vdr.de

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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