Realschullehrerverband fordert hohe Attraktivität der Realschule plus ein
Auf seinem 23. Landesrealschultag in Mainz haben sich die rund 160 Delegierten unter dem Motto "Reale Bildung, reale Chancen, Realschule!" kritisch mit den Plänen der Landesregierung zur Umgestaltung der Schulstruktur auseinandergesetzt. "Eine Reform wird nur gelingen, wenn man die Beteiligten, insbesondere die Lehrkräfte, überzeugt, die die Reform umsetzen sollen", so der mit überwältigender Mehrheit wiedergewählte VDR-Landesvorsitzende Bernd Karst.
15.04.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Verband Reale Bildung"Das Bekenntnis zum Leistungsprinzip hat in der Realschule Tradition", betonte Karst in seiner programmatischen Rede. Die Reform kann nach der Ansicht des Verbandes nur erfolgreich sein, wenn die Realschule plus den Leistungsanspruch der bisherigen Realschule sicherstellen kann. Sie muss mit einer hohen Attraktivität ausgestattet und damit für die Eltern zu einer echten Alternative zum Gymnasium werden. Dafür hat der Landes¬realschultag in einer Resolution u.a. folgende Kriterien genannt, die unabdingbarer Bestandteil der Realschule plus werden müssen:
- Vergabe der Fachhochschulreife nach der Klasse 12
- Abschlussbezogene Klassen ab der Klassenstufe 7
- Zentrale Abschlussprüfungen
- Instrumente zur individuellen Förderung leistungsschwacher und leistungsstarker Schülerinnen und Schüler
Das Wort an die Ministerin gerichtet, zeigte sich Karst gesprächsoffen: "Wir sind bereit, den Bildungsgang Realschule weiterzuentwickeln, aber wir sind nicht bereit, ihn für eine unausgegorene Einheitsschule zu opfern. Die Realschule ist eine erfolgreiche Schulart. Der Realschulabschluss war für viele Schülergenerationen ein optimaler Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt und in Anschlussbildungsgänge. Diese Aufgabe will und muss die Realschule auch in Zukunft verantwortungsvoll leisten können."
Bildungsministerin Doris Ahnen anerkannte das Engagement der Realschul¬lehrkräfte für ihre Schulart und zeigte sich Ihrerseits zum Dialog mit dem Verband bereit. Die Gesprächsbereitschaft gelte auch für die vom VDR geforderte Abschlussprüfung. Zwar sei sie zunächst an Lernstandserhebungen während der Schulzeit interessiert, wolle aber mit dem Realschullehrerverband auch das Für und Wider einer Prüfung am Ende des Bildungsgangs erörtern.
Doris Ahnen berichtete, dass die demografische Entwicklung und die sinkende Akzeptanz der Hauptschule zum Handeln gezwungen habe. Sie sei entschlossen, die Realschule plus durch eine gute inhaltliche und personelle Ausstattung zum Erfolg zu führen. "Die Schaffung eines durchgängigen Bildungsgangs an der Realschule plus bis zur Fachhochschulreife ist für mich Kernstück der Reform und wird es auch bleiben", betonte die Ministerin.
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