Rektoren auf der Schulbank
Manager, Repräsentant, Teamkollege - neben pädagogischem Know how muss ein Schulleiter heute auch Qualifikationen vorweisen, wie sie von Managern in der Wirtschaft verlangt werden. Gelernt haben sie das aber während ihrer Ausbildung nicht. Und das bedeutet: Noch einmal selbst die Schulbank drücken, zum Beispiel bei Susanne Döbler-Eschbach. Sie leitet den Kurs "Schulleitung - eine Aufgabe für mich?!" an der Cornelsen-Akademie.
31.08.2004 ArtikelLiegt hier nicht eine Verwechslung vor: Der Lehrer als Manager?
Döbler-Eschbach: Sie meinen, Schule und Management im klassischen Sinne passen nicht zusammen? Sehen Sie: Schulen erleben einen tief greifenden Aufgabenwandel und sie werden zu selbstständigen Systemen umgebaut. Schulen werden in Zukunft immer autonomer und werden zunehmend eigenständige Entscheidungen treffen - und das in allen schulischen Bereichen. Ein solcher Umwandlungsprozess muss geführt und gelenkt werden - und dafür benötigen Lehrerinnen und Lehrer klare Arbeitsinstrumente wie Ziel-, Qualitäts- oder Personalmanagement an die Hand. Dabei soll es aber keine 1:1 Ü-bersetzung der Management-Methoden wie wir sie aus der Wirtschaft kennen geben: Es muss immer die besondere Struktur von Schule beachtet werden.
Was muss eine Schulleiterin / ein Schulleiter beherrschen?
Döbler-Eschbach: Sie sollten im Besitz eines Werkzeugkoffers sein, mit denen sie solide und professionell die Leitungsaufgaben in der Schule meistern können. Das schwierigste Feld ist sicherlich die Personalführung. Lehrkräfte haben in ihrer Ausbildung hier keine Qualifizierung erfahren. So werden im regulären Auswahlverfahren zur Besetzung von Schulleitungsstellen zwar kon-kret überprüft, ob die Bewerber einen guten Unterricht halten. Ob sie aber in der Lage sind, ihr Kollegium teamorientiert, innovativ und zielführend zu leiten, kann lediglich erahnt werden. Deutschland braucht gute, bessere Schulen. Die Qualität einer Schule ist aufs Engste verbunden mit der Qualität der Leitung. Neue Leitungsmitglieder dürfen nicht erst "on the job" üben und mit vielen Anfängerfehlern eine gute Schule schwächen. Und genau hier setzt das Seminar an.
Was ist das besondere am Kurs für Schulleiter?
Döbler-Eschbach: Die Cornelsen Akademie hat schon seit Jahren spezielle Seminare für Schulleiterinnen und Shulleiter im Programm. Immer wieder haben Teilnehmer den Wunsch geäußert, nicht nur punktuell Fortbildungen zu besuchen, sondern an einem aufeinander aufbauenden "Qualifizierungspaket" teilzunehmen. Das Seminar zeichnet sich durch eine spezielle Lehr- und Lernmethode aus: Die Blended-Learning-Methode. So findet ein Teil des Seminars über das Internet statt, der andere Teil wie gewohnt vor Ort. Der Kurs ist also ein Mix aus Präsenzveranstaltungen, schriftlichen Informationen und Aufgabenstellungen via Internet, Arbeiten im Chat, in Foren und virtuellen Klassenzimmern. Diese Form des Lernens gibt der Gruppe einen guten Zusammenhalt, da die Teilnehmenden und Dozenten - wenn gewünscht - zu jeder Tages- und Nachtzeit Kontakt halten können. Gelerntes wird ausprobiert und auf den Prüfstand gestellt. Dadurch entfallen zeit- und energieaufwendige Klausuren oder sonstige Überprüfungen wie an der Universität üblich. Nach erfolgreichem Praxistransfer erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat über ihre Qualifizierung, das sich in einem Bewerbungsverfahren als nützlich erweisen wird.
Susanne Döbler-Eschbach ist Lehrerin und psychologische Beraterin in Köln. Sie führt seit Jahren Personal-Coachings durch und leitet Seminare für Führungskräfte unterschiedlicher Sparten und ist Referentin der Cornelsen Akademie.
Weiterführender Link
Berufsbegleitende Qualifizierung "Schulleitung - eine Aufgabe für mich?!"
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