Nordrhein-Westfalen

Rot-grüner Antrag zur Inklusion kaschiert Konzeptlosigkeit der Landesregierung mit blumigen Worten

"Der heute von SPD und Grünen vorgelegte Antrag zur Inklusion ist eine einzige Enttäuschung. Seit der Landtag vor eineinhalb Jahren die Umsetzung der UN-Konvention zur Inklusion in den Schulen beschlossen hat, ist praktisch nichts passiert", kritisiert Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw. "Es gibt bis heute kein klares Konzept zum gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung. Rot-Grün ist auf dem Stand von Ende 2010 stehengeblieben."

19.06.2012 Pressemeldung lehrer nrw

Konkret vermisst lehrer nrw klare Aussagen zur personellen, räumlichen und materiellen Ausstattung der inklusiv arbeitenden Schulen sowie ein Fortbildungskonzept, das Lehrer auf ihre schwierige Aufgabe vorbereitet und vorhandene Ängste und Unsicherheiten auffängt. "Einzelne, punktuelle Maßnahmen zur Fortbildung helfen hier nicht weiter. Ein Gesamtkonzept muss her. Darauf warten wir schon lange", betont Balbach. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass die Hochschulen genügend sonderpädagogische Studienplätze anbieten können, um dem erhöhten Bedarf Rechnung zu tragen.

lehrer nrw fordert insbesondere:

  • Es muss neben inklusiven Regelschulen weiterhin auch Förderschulen geben.
  • Eine Doppelbesetzung inklusiver Klassen muss der Regelfall sein.
  • Es müssen ausreichend Finanzmittel für den Umbau und die Ausstattung inklusiver Schulen bereitgestellt werden.

"Es reicht nicht, alle paar Monate die anfängliche Absichtserklärung zur Inklusion zu erneuern – den guten Absichten müssen endlich gute Taten folgen", so Balbach.

Ansprechpartner

lehrer nrw

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