Hamburg

Rund 20.000 Schülerinnen und Schüler bekommen kostenlose Lernförderung

Die Behörde für Schule und Berufsbildung hat die Ergebnisse ihrer aktuellen jährlichen Abfrage zur ergänzenden Lernförderung vorgestellt. Seit Herbst 2011 bietet Hamburg als einziges Bundesland für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge der allgemeinen Schulen Lernförderung ("Nachhilfe") kostenlos und direkt in der Schule an. Knapp 20.000 Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr daran teilgenommen.

28.02.2013 Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Schulsenator Ties Rabe: "Eineinhalb Jahre nach ihrer flächendeckenden Einführung ist die kostenlose und verpflichtende Lernförderung zu einem wichtigen und festen Bestandteil der schulischen Angebote geworden. Die Lernförderung ersetzt das 2009 in Hamburg parteiübergreifend abgeschaffte Sitzenbleiben. Die Schulen organisieren dazu mit Lehrkräften, Pädagogen und Honorarkräften entsprechende Kurse, 7,8 Millionen Euro werden dafür jährlich zur Verfügung gestellt. Die einfache Regel lautet: Wer eine "Fünf" hat, soll in die Lernförderung gehen. Dadurch konnten wir die Zahl der Wiederholer in den Klassenstufen 1 bis 9 von 2.108 im Schuljahr 2008/09 auf 861 im Schuljahr 2012/13 verringern."

308 der 309 allgemeinen Schulen bieten mittlerweile die Lernförderung an. Lediglich eine im Aufbau befindliche Stadtteilschule hat noch keine Lernförderung eingerichtet. Insgesamt wurden im letzten Halbjahr 19.959 Schülerinnen und Schüler (+ 1,4 Prozent) nachmittags, am Wochenende oder in den Ferien in 6.510 Lernförderkursen (+ 4,5 Prozent) unterrichtet. Damit nimmt mittlerweile mehr als jeder neunte Hamburger Schüler das Angebot der zusätzlichen Lernförderung wahr – fast zehn Mal mehr Schülerinnen und Schüler, als früher vom Sitzenbleiben betroffen waren. Erreicht eine Schülerin oder ein Schüler die vorgegebenen Lernziele nicht, entscheidet die Zeugniskonferenz über eine verpflichtende Teilnahme an der ergänzenden Lernförderung und entwickelt einen individuellen Förderplan.

Schulsenator Ties Rabe: "Durch die Lernförderung können wir gezielter fachliche Schwächen ausgleichen und zugleich eine wesentlich größere Zahl von Schülerinnen und Schülern fördern."

An einem Lernförderkurs nehmen durchschnittlich drei Schülerinnen und Schüler teil. Der Anteil von kleinen Gruppen mit unter 5 Teilnehmern ist auf 54 Prozent angewachsen (Vorjahr 50 Prozent). Die Schulen setzen im Vergleich zum Vorjahr deutlich häufiger eigene Lehrkräfte (33 Prozent, Vorjahr 23 Prozent) für die Lernförderung ein. Darüber hinaus kommen zu 53 Prozent Honorarkräfte (Vorjahr 66 Prozent), zu 11 Prozent gewerbliche Anbieter (wie Vorjahr) und zu 3 Prozent Erzieher und Sozialpädagogen zum Einsatz (im Vorjahr nicht separat erhoben). Durch den Einsatz eigener Lehrkräfte wird insbesondere die Anbindung der Förderkurse an den Regelunterricht erleichtert. Eigene Lehrkräfte werden in Einzelfällen auch für integrierte Förderung im regulären Unterricht eingesetzt, in den ganz überwiegenden Fällen aber für Lernförderung außerhalb des regulären Unterrichts nachmittags, an den Wochenenden oder in den Ferien.

Schulsenator Ties Rabe: "Es ist erfreulich, dass vor allem mehr Kurse in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch angeboten wurden. Gut ist auch, dass wir auf diesem Weg noch mehr Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien fördern konnten, ihr Anteil ist auf 32 Prozent angestiegen."

Die Ergebnisse der Abfrage der Schulbehörde im Detail:

  • Die Förderung zielt in erster Linie auf die fachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler (86 Prozent). 14 Prozent der Kurse entfallen auf überfachliche Kompetenzen. Diese Werte haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
  • Zu den Kursen der überfachlichen Kompetenzen zählten: Lernen lernen, Hausaufgabenhilfe, Arbeits- und Selbstorganisation, Coaching, Lernmotivation, Methodentraining und Merkfähigkeitstraining.
  • Insgesamt wurden 2,6 Prozent mehr Kurse angeboten als im Vorjahr (2012:6.347, 2013: 6.510)
  • Die große Mehrheit der Kurse wird in den Kernfächern Mathematik (37 Prozent), Deutsch (35 Prozent) und Englisch (15 Prozent) angeboten: Mathematik 2.423 Kurse (2012: 2429), Deutsch 2.259 Kurse (2012: 2.114), Englisch 984 Kurse (2012: 944). Die Anzahl der Kurse in anderen Fremdsprachen, Naturwissenschaften und sonstigen Fächern hat im Vorjahresvergleich deutlich abgenommen.
  • Klassenstufen: Deutlich weniger Schülerinnen und Schüler haben in den Klassen 1, 5 und 7 an Förderkursen teilgenommen (- 362, -619, -310), deutlich mehr in den Klassen 4, 9 und 10 (+309, +583, +327). Klasse 4 ist entscheidend für den Übergang in die weiterführenden Schulen, Klasse 9 und 10 führen zum ersten bzw. mittleren Schulabschluss. Auch in den Klassen 12 und 13 sind mehr Schüler gefördert worden (+316, davon 209 an Stadtteilschulen).
  • Der Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die leistungsberechtigt sind (nach Bildungs- und Teilhabepaket) ist um 442 auf 6.373 angestiegen (Anteil 32 Prozent, Vorjahr 30 Prozent).

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