Schleswig-Holsteinische Förderzentren als Vorbild

In Schleswig-Holstein werden Kinder ohne und mit sonderpädagogischem Förderbedarf (zum Beispiel mit Lern- oder Sprachschwierigkeiten) bereits seit Jahren gemeinsam an allgemein bildenden Schulen unterrichtet. Dazu sind seit 1990 alle Sonderschulen Schritt für Schritt zu Förderzentren umgewandelt worden. Sie koordinieren die gesamte sonderpädagogische Arbeit für den jeweiligen Einzugsbereich. An diesem integrativen Konzept orientieren sich auch andere Bundesländer.

14.02.2008 Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Auch in Nordrhein-Westfalen können sich inzwischen Sonderschulen zu so genannten Kompetenzzentren weiterentwickeln. Mehrere Schulleiterinnen und Schulleiter aus dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland sind heute (13. Februar) und morgen in Lübeck zu Gast, um sich über Organisations- und Umsetzungsmöglichkeiten zu informieren.

Unter anderem besuchen sie das Berend-Schröder-Förderzentrum, wo sie sich mit Schulleiterin Helga Hintze-Krumnow, Schulrat Eckhard Lück und dem Kollegium (insgesamt 53 Lehrkräfte) austauschen wollen. Die Berend-Schröder-Schule betreut derzeit rund 800 Kinder. Davon werden rund 450 Kinder mit Lernproblemen in Grundschulen oder in ambulanten Förderkursen präventiv unterstützt. 210 Schülerinnen und Schüler werden integrativ in Schulen aller Schularten gefördert. Lediglich 130 Kinder (die Erklärung zu diesen Schülern ist 2 Absätze weiter, es sind Kinder, die vorübergehend oder auch längerfristig eine intensive Förderung brauchen) (einschließlich Außenstelle Kücknitz) werden im Förderzentrum selbst unterrichtet, die Integrationsquote beträgt also vergleichsweise sehr hohe 62 Prozent.

Zudem wollen die Gäste aus Nordrhein-Westfalen den integrativen Unterricht in der Domschule (Grundschule) und der Geschwister-Prenski-Gesamtschule besuchen und dort mit den Lehrkräften über die Unterstützung durch das Förderzentrum sprechen, um Anregungen für die eigene Arbeit zu gewinnen.

In Schleswig-Holstein werden derzeit 9.600 Schülerinnen und Schüler in Förderzentren selbst, 6.800 - also rund 40 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf - werden in allgemeinbildenden Schulen integrativ unterrichtet und von den Förderzentren aus unterstützt. Dieser Prozentsatz ist bundesweit der höchste in einem Flächenland. Schülerinnen und Schüler, die vorübergehend oder im Einzelfall auch für längere Zeit intensive sonderpädagogische Förderung benötigen, werden im Förderzentrum selbst unterrichtet. Ziel ist aber, sie in einer allgemein bildenden Schule wieder einzubinden.

Die Lehrerinnen und Lehrer an den Förderzentren in Schleswig-Holstein verfügen über besondere Fähigkeiten, zum Beispiel in den Bereichen Sprachdiagnostik und -förderung, Schriftspracherwerb, Leseintensivmaßnahmen, Matheintensivförderung oder Unterstützung bei Verhaltensproblemen. Zu ihren Aufgaben zählen:

  • präventive Sprachheilarbeit in Kindertagesstätten
  • Unterstützung der Grundschullehrkräfte in der Eingangsphase
  • Integration von Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in allen anderen Schularten
  • Beratung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften an anderen Schularten

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