Bayern

Schüler aus Mallersdorf-Pfaffenberg und Bamberg engagieren sich für Demokratie und Menschenrechte

Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle würdigte das Engagement der Grundschule St. Martin in Mallersdorf-Pfaffenberg und der Maria-Ward-Realschule in Bamberg für Demokratie und Menschenrechte. "Die Lehrkräfte und die Schüler dieser beiden Schulen tragen mit ihren Projekten dazu bei, dass ein Verbrechen vom Ausmaß der Shoa nie wieder stattfindet", so der Minister. Sie hätten sich das Gründungsvermächtnis der Mütter und Väter des Grundgesetzes, eines Nie-Wieder der menschenverachtenden und mörderischen Terrorherrschaft der NS-Schergen, zum eigenen Auftrag gemacht. Beide Schulen wurden heute in München aufgrund ihrer aktiven und intensiven Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte mit dem Simon-Snopkowski-Preis ausgezeichnet.

29.10.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die beiden Schulen setzten mit ihrer pädagogischen Arbeit unmittelbar Bildungsziele um, die die Bayerische Verfassung vorgibt, nämlich die Achtung vor der Würde des Menschen sowie die Erziehung zu Demokratie und Völkerversöhnung, unterstrich Minister Spaenle.. Der 4. Klasse der Grundschule St. Martin in Mallersdorf-Pfaffenberg hatte der jüdische Friedhof in Steinrain dazu gedient, kritische Fragen zum Schicksal von Menschen jüdischen Glaubens in ihrer Heimat zu stellen, u. a. zum Todesmarsch von KZ-Häftlingen aus Buchenwald. Die Bamberger Realschülerinnen hatten sich im Wahlfach "Politik und Zeitgeschichte", ausgehend von Tagebuchaufzeichnungen einer ehemaligen Schülerin ihrer Realschule, mit dem menschenverachtenden Terror des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Die Schülerin war durch eine Flucht über England in die Vereinigten Staaten der Inhaftierung in einem KZ und auch der Ermordung durch die NS-Diktatur entgangen.

Dem bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle ist die Auseinandersetzung mit der deutschen und bayerischen Geschichte, auch mit deren dunkelsten Kapiteln, ein Kernanliegen. Deshalb hatte er im Januar 2009 den Vorstoß unternommen, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen eine KZ-Gedenkstätte oder eine NS-Dokumentationsstätte besuchen sollen. Am authentischen Ort sollen sie die Geschichte und Schicksale von Menschen kennenlernen. Im Frühjahr 2009 hat der Minister eine Initiative zur Landesgeschichte ins Leben gerufen, bei der neben den Lehrstühlen und Fachinstituten Vertreter von Medien und Schulen mitarbeiten.

Der Simon-Snopkowski-Preis wird von der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e.V. verliehen. Der Preis wurde zum Gedenken an den Gründer der Gesellschaft, Dr. Simon Snopkowski, gestiftet. Simon Snopkowski vertrat die Maxime, den Dialog zu suchen, das Wissen lebendig zu halten und Brücken zur Verständigung und zum gegenseitigen Verständnis zu bauen.


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