Bayern

Schüler und zeitgemäße Pädagogik stehen im Mittelpunkt der Weiterentwicklung des Gymnasiums

Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung des Bayerischen Gymnasiums standen und stehen die Schülerinnen und Schüler sowie eine zeitgemäße Pädagogik. In dieser grundlegenden Zielsetzung sind sich das Bayerische Bildungs- und Wissenschaftsministerium mit der Landes-Elternvereinigung an den Gymnasien sowie den Lehrerverbänden und der Bayerischen Direktorenvereinigung einig. Das bedeutet allerdings nicht, dass in jeder Einzelfrage Übereinstimmung besteht, wie etwa die Einschätzung des BLLV zu einzelnen Teilen des Lehrplans zeigt. Die Einschätzung dieses Lehrverbandes ist ein Beitrag zur Anhörung zum Lehrplan Plus, die heute beginnt.

20.04.2015 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Wir haben eine grundlegende pädagogische Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums mit der Schulfamilie, den Hochschulen, der Wirtschaft und gesellschaftlichen Gruppen diskutiert und diese beschlossen - auf der Grundlage eines Lehrplans, der auf acht Jahre Unterricht ausgelegt ist und den Anforderungen aus Gesellschaft, Hochschule und Wirtschaft gerecht werden muss", so Bildungs- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle. "Ich bin dankbar, dass sich alle Beteiligten, z.B. der Bayerische Philologenverband und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband, mit ihren Überlegungen eingebracht haben."

Das aus dem Dialog erwachsene Maßnahmenpaket, das derzeit umgesetzt wird, basiert auf insgesamt vier Säulen:

  1. dem LehrplanPLUS: Der neuen Lehrplangeneration kommt eine Schlüsselrolle für Profil und Anspruch des Gymnasiums sowie für die konkrete Unterrichtsentwicklung zu. Kern des Lehrplans, dessen derzeitiger Entwurf von erfahrenen Lehrkräften und Seminarlehrern erarbeitet wurde, ist dabei die Kompetenzorientierung verbunden mit einer nachhaltigen Wissensvermittlung. Der Lehrplan Plus wird derzeit von der Grundschule aufbauend für die weiterführenden Schulen entwickelt. Kompetenzvermittlung ohne Inhalte ist unmöglich. Deshalb werden in dem Entwurf des Lehrplans für das Gymnasium auch konkrete Inhalte ausgewiesen, die unter den Gesichtspunkten der Beispielhaftigkeit sowie ihrer Bedeutung für das Fach bzw. die Lebenswelt der Schüler ausgewählt sind. Eine vertiefte Allgemeinbildung gehört zu den Bildungszielen des Gymnasiums.

  2. einer zeitgemäßen Lehrerbildung: Die hochwertige Ausbildung der bayerischen Lehrkräfte wird zeitgemäß und qualitätsorientiert weiterentwickelt. Hierzu gehören z.B. eine starke Stellung der Fachlichkeit im Studium, eine Intensivierung und Weiterentwicklung der Schulpraktika und auch eine Verankerung bzw. Vertiefung aktueller pädagogischer Herausforderungen wie etwa die Inklusion.

  3. einer zeitgemäßen Gymnasialpädagogik: Die Schulen sollen ihre pädagogischen Freiheiten stärker nutzen und die vielfältigen bestehenden pädagogischen Instrumente umsetzen und weiterentwickeln. Hierzu gehören etwa zeitgemäße Modelle der Leistungserhebung oder eine Weiterentwicklung der P- und W-Seminare. Erst jüngst hat das Bayerische Bildungs- und Wissenschaftsministerium zusammen mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung eine Arbeitshilfe und ein entsprechendes Internetportal mit best-practice-Beispielen für Unterricht, Personal- und Organisationsentwicklung veröffentlicht.

  4. individuelle Lernzeit - verwirklicht z.B. durch die Mittelstufe Plus. Schülerinnen und Schüler können bei pädagogischem Bedarf bereits ab September 2015 an 47 Pilotschulen die "Mittelstufe Plus" besuchen. Sie durchlaufen dabei die Mittelstufe in vier statt in drei Jahren. Die Kernfächer werden dabei besonders gefördert. Außerdem belegen die Schülerinnen und Schüler weniger Fächer pro Schuljahr. Eine weitere Möglichkeit, individuell mehr Lernzeit in Anspruch zu nehmen, ist zudem der gebundene rhythmisierte Ganztag sowie der Ausbau des Ganztags an den Gymnasien insgesamt. Dieser wird konsequent fortgesetzt.

Die Umsetzung der vier Säulen der pädagogischen Konzeption wird vom Bildungs- und Wissenschaftsministerium weiter fortgesetzt. Die konzeptionellen Überlegungen des BLLV zeigen, dass der vom Kultusministerium angestoßene Dialogprozess neue Impulse für die Diskussion gegeben hat.


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