Schülerzahlen im Land gehen bis 2025 um insgesamt 23 Prozent zurück

Die letzte Vorausrechnung der Schülerzahlen an den öffentlichen und privaten Schulen des Landes hat das Statistische Landesamt im Juli 2006 vorgelegt. Normalerweise erfolgt eine Aktualisierung im Abstand von zwei oder drei Jahren. Allerdings basierte die letztjährige Vorausrechnung der Schülerzahlen noch auf der Vorausrechnung der Bevölkerungszahlen aus dem Jahr 2003. Im Oktober 2006 legte das Statistische Landesamt eine neue Bevölkerungsvorausrechnung vor. Diese unterschied sich in erster Linie durch die Absenkung des angenommenen Wanderungssaldos von der vorhergegangenen Rechnung. Dieser Saldo wurde auf Grund der in den vergangenen Jahren beobachteten Entwicklung von durchschnittlich 38 000 pro Jahr auf 17 000 verringert. Im Ergebnis führt diese Annahme zu einer geringeren Bevölkerungszahl, die sich zunächst bei den Grundschulen und danach auch bei den weiterführenden Schularten in im Vergleich zur Vorausrechnung von 2006 geringeren Schülerzahlen niederschlägt. Mit dieser Information vorab präsentierte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kultusminister Helmut Rau die aktuelle Vorausrechnung zur Entwicklung der Zahl der Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg.

26.10.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Danach wurden im Schuljahr 2006/07 rund 1,69 Millionen Schülerinnen und Schüler an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen im Land unterrichtet. Das waren rund 5 000 weniger als im vorangangenen Schuljahr. Die rückläufige Zahl an Geburten dürfte nach den aktuellen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in den Jahren bis 2025 für einen Rückgang der Gesamtschülerzahl um knapp 400 000 (gut 23 Prozent) auf etwa 1,3 Millionen sorgen.

An den öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen lag im Schuljahr 2006/07 die Schülerzahl bei 1,291 Millionen. Hier ist bis 2025 ein Rückgang um 295 000 (23 Prozent) auf 996 000 zu erwarten. Bei den Grundschulen führen die schwächer besetzten Geburtsjahrgänge zu einem Rückgang auf nur noch rund 360 000 Schülerinnen und Schüler ab dem Jahr 2018 im Vergleich zu knapp 448 000 im Schuljahr 2006/07. In den folgenden Jahren ist dann mit einer konstanten Schülerzahl zu rechnen. Im Jahr 2025 läge damit der Grundschulbesuch um fast 20 Prozent unter dem Wert von 2006/07.

An den weiterführenden Schulen wird der vergleichsweise größte Rückgang der Schülerzahl an den Hauptschulen auftreten. Im Schuljahr 2006/07 wurden heir noch rund 183 000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Mit nur noch etwa 123 000 läge die Schülerzahl im Jahr 2025 dagegen um ein Drittel niedriger.

Die Realschulen hatten im Schuljahr 2004/05 mit knapp 248 000 Schülerinnen und Schülern einen Höhepunkt erreicht. Bis 2006/07 war die Schülerzahl auf rund 245 000 zurückgegangen. In den kommenden fünf Jahren ist weiter mit einem leichten Rückgang auf rund 240 000 Schülerinnen und Schüler zu rechnen, bevor ab 2012 die demographische Entwicklung zu deutlicher sinkenden Schülerzahlen führt. Nach 2020 könnte sie wieder unter die Marke von 200 000 absinken und im Jahr 2025 etwa 194 000 erreichen. Damit läge sie um knapp 21 Prozent unter dem heutigen Stand.

Bei den Gymnasien ist im Gegensatz zu den anderen allgemeinbildenden Schularten zunächst noch mit einer steigenden Schülerzahl zu rechnen. Im Schuljahr 2006/07 wurden hier gut 333 000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Den Höhepunkt der Entwicklung an den öffentlichen und privaten Gymnasien erwartet das Statistische Landesamt in den Jahren 2008/09 und 2009/10 mit über 340 000 Schülerinnen und Schülern. Dies würde sogar den bisherigen Höchststand von 339 696 aus dem Schuljahr 1980/81 übertreffen. Bis zum Schuljahr 2011/12 wird die Zahl der Gymnasiasten in etwa diesen Stand halten können. Mit dem Ausscheiden des "doppelten" Abiturientenjahrgangs des letzten 9-jährigen und des ersten flächendeckenden 8-jährigen Gymnasialzugs im Sommer 2012 wird sich die Schülerzahl um einen kompletten Jahrgang auf rund 307 000 verringern. Im Anschluss daran machen sich auch an den Gymnasien des Landes die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar: Die Schülerzahl dürfte demnach bis 2025 auf gut 251 000 absinken. Das wäre knapp ein Viertel weniger als 2006/07, aber die Schülerzahl läge immer noch über dem Wert des Schuljahres 1993/94.

Die Schülerzahlen an den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg wuchsen seit dem Schuljahr 1995/96, in dem rund 340 000 Schülerinnen und Schülern gezählt wurden, bis zum Schuljahr 2006/07 auf fast 402 000 an.1) Diese Entwicklung dürfte sich nach den vorliegenden Berechnungen noch zwei Jahre fortsetzen und bei rund 408 000 ihren Höhepunkt erreichen. Bis 2025 dürfte die Schülerzahl dann wieder auf rund 300 000 absinken, was etwa ein Viertel weniger als 2006/07 wäre. Die Entwicklung der Schülerzahlen an den beruflichen Schulen wird neben den demographischen Faktoren auch von konjunkturellen Einflüssen bestimmt. Insbesondere die Verteilung der Schülerzahlen zwischen den Teilzeit-Berufsschulen und den anderen Schularten des Vollzeit-Bereichs ist stark von der Wirtschaftsentwicklung und dem damit verbundenen Angebot an Ausbildungsplätzen abhängig.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden