Hamburg

Schulbehörde bittet Schulkonferenzen aller Gymnasien um ein Meinungsbild zu G9

Schulsenator Ties Rabe hat die angekündigte Befragung der Schulkonferenzen aller 60 staatlichen Hamburger Gymnasien zu einer möglichen Schulzeitverlängerung (G9) gestartet. Ab heute bittet er die Schulkonferenzen um ein grundsätzliches Meinungsbild zur Rückkehr zum neunjährigen Abitur.

02.04.2014 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Ties Rabe: "Wir wollen und können in dieser schwierigen Frage keine Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg treffen. G9 an allen Gymnasien hätte weitreichende Auswirkungen auf alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Politik ist gut beraten, die Betroffenen vorher anzuhören. Daher holen wir jetzt ein ehrliches Meinungsbild von allen Schulkonferenzen der Gymnasien ein, werden dabei auf jegliche Einflussnahme verzichten und auch keine eigene Stellungnahme an die Schulkonferenzen abgeben. Über die Ergebnisse dieses Meinungsbildes wird die Öffentlichkeit informiert. Darüber hinaus lade ich alle Bürgerinnen und Bürger, Gremien, Vereine und Verbände ein, sich zu beteiligen. Für ihre Anregungen und Meinungen wurde unter g8g9@bsb.hamburg.de ein eigenes Email-Postfach geschaffen. Eingehende Mails werden im Amt für Bildung registriert und dort transparent ausgewertet."

Die Schulkonferenzen sind das demokratisch gewählte höchste Beratungs- und Beschlussgremium der Gymnasien. Sie haben je nach Größe der Schule 14 oder 17 Mitglieder: je 4 oder 5 Eltern-, Schüler- und Lehrervertreter, die Schulleitung und eine Vertretung des nichtpädagogischen Personals. Rabe: "Wir möchten ein ehrliches Meinungsbild aus jedem Gymnasium. Die Schulkonferenz ist das wichtigste Gremium jeder Schule und setzt sich zu gleichen Teilen aus den demokratisch gewählten Eltern-, Schüler- und Lehrervertretern zusammen, wobei Eltern und Schüler immer über eine deutliche Mehrheit verfügen. Schüler, Eltern und Lehrer sind diejenigen, die sich am besten mit G8 und G9 auskennen. Es kann nicht sein, dass das Hamburger Schulsystem neu organisiert werden soll, ohne die Betroffenen zu fragen. Ein entsprechendes Meinungsbild soll uns ein klares Bild geben, wie die Betroffenen eine Rückkehr zu G9 bewerten. Mit unserem Vorgehen greifen wir auch die Vorschläge von CDU und Grünen zur Beteiligung der Schulkonferenzen der Gymnasien auf."

Der Schulsenator bittet deshalb die Schulkonferenzvertreter um ein ehrliches Meinungsbild zu der Grundsatzfrage "Soll an Hamburgs Gymnasien wieder das G 9-Abitur eingeführt werden?" Ties Rabe: "Es macht wenig Sinn, die zahlreichen widersprüchlichen Modelle zu diskutieren. Zunächst einmal muss grundsätzlich entschieden werden, ob das neunjährige Abitur G9 an Hamburgs Gymnasien überhaupt wieder eingeführt werden soll. Um ein ehrliches Meinungsbild zu erhalten, soll diese Grundsatzfrage sorgfältig diskutiert und in geheimer Wahl klar mit "Ja" oder "Nein" abgestimmt werden. Weil die Frage von großer Bedeutung ist, bitte ich alle Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter der Schulkonferenz, die Frage zuvor auch im Elternrat, im Schülerrat und in der Lehrerkonferenz zu diskutieren und eine breite Beteiligung von Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und schulischem Personal sicherzustellen."

Auf einem Rückmeldebogen sollen das Abstimmungsergebnis und ggf. zusätzliche Anregungen, Fragen oder Kritik der Schulkonferenz festgehalten und bis zum 23. Mai 2014 an die Schulbehörde übermittelt werden. Dort wird eine transparente Auswertung sichergestellt.

Darüber hinaus lädt der Schulsenator alle weiteren Interessierten und Beteiligten ein, sich mit Stellungnahmen zu melden. Rabe: "Alle schulischen Gremien, Organisationen, Elternräte an Grundschulen und Stadtteilschulen, aber auch Einzelpersonen – z.B. Eltern von Kindern im Kita- und Grundschulalter - sollen sich mit Hinweisen, Anregungen und Voten bei uns zu Wort melden können. Ein breites Beteiligungsverfahren ersetzt nicht die Volksgesetzgebung – es dient aber der Meinungsbildung in der Politik." Für die Rückmeldungen der Allgemeinheit wurde eine besondere Mailadresse eingerichtet. Alle interessierten Hamburger sind eingeladen, Beiträge zur Diskussion um das verlängerte Abitur bis zum 23. Mai 2014 an g8g9@bsb.hamburg.de zu mailen. Eingehende Mails werden im Amt für Bildung registriert und dort transparent ausgewertet.

Senator Rabe: "Niemand kann voraussagen, wie sich die Schulkonferenzen entscheiden werden. Jetzt startet ein bis zu 8-wöchiger intensiver Prozess der Meinungsbildung an den Gymnasien, an dessen Ende eine geheime Abstimmung und eine transparente Auswertung stehen. Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen von Schülern, Eltern und Lehrern, aber auch der Allgemeinheit!".


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