Schulbuchausleihe: Eltern befürchten, dass Aufwand bei den Schulen hängen bleibt

Aus Anlass des Termins zur Anmeldung für die Eltern (1.5.2009) und der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Schulbuchausleihe (4.5.2009, 12 Uhr, Rathaus Kleinblittersdorf) zwischen Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer und Kommunalvertretern hat die Landeselterninitiative für Bildung die Befürchtung geäußert, dass der hohe Aufwand für Verwaltung und Logistik bei den Schulen hängen bleiben werde.

29.04.2009 Pressemeldung Landeselterninitiative für Bildung e.V.

"Das Land als Urheber des Leihsystems habe die Gemeinden und Kreise in die Situation gebracht, sich einer Übernahme der Verantwortung für die Umsetzung aus politischen Gründen nicht erwehren zu können, ihnen aber die zukünftige Finanzierung ihres Aufwandes nicht zugesichert", sagte Bernhard Strube, der Sprecher der Elterninitiative. Abgesehen davon, dass dies eine Missachtung des Konnexitätsprinzips darstelle, befürchten die Eltern, dass die Arbeit am Ende bei den Schulen hängen bleibt und die zusätzliche Arbeit den Lehrbetrieb belastet. Schon jetzt hätten die Schulen bei der hastigen Vorbereitung der Ausleihe einiges übernehmen müssen, was insbesondere bei den Gymnasien, die gerade das Doppelabitur G 8/G 9 zu bewältigen haben, unzumutbar gewesen sei.

Die Landeselterninitiative für Bildung begrüßt es, das sich Familien finanziell entlasten können, indem sie an dem landesweit eingeführten Schulbuchleihsystem teilnehmen können. Das Saarland gibt nämlich bisher von allen Bundesländern relativ am wenigsten für die Lernmittel seiner Kinder aus. Es sind im Wesentlichen die Ausgaben für Familien mit sehr niedrigem Einkommen, die wie in anderen Ländern unterstützt werden (Quelle: www.gew.de/situation_in_den_bundeslaendern.html). Saarländische Eltern, die am Leihsystem teilnehmen, müssten, so die Initiative, zukünftig immer noch mehr zahlen als in drei Bundesländern, in denen die Beiträge niedriger liegen, bzw. als in sechs, in denen die Lernmittel frei sind, was sich die Eltern letztlich wünschen. Die Elterninitiative stellt heraus, dass die Landesregierung für die finanzielle Entlastung nicht dauerhaft aufkomme, was vielfach in der Öffentlichkeit angenommen werde, sondern dass sie nur eine Art Landesschulbuchbörse in Gang gebracht habe und die erste Beschaffung aus Steuermitteln bezahle. Danach verabschiede sich das Land wieder. Die Eltern finanzierten dann mit den jährlichen Beiträgen - nach derzeitiger Kalkulation jeweils 4 Mio Euro - die Fortsetzung des Systems von Anschaffung und mehrfacher Nutzung der Bücher. Die etwa um zwei Drittel niedrigeren Kosten ergäben sich aus dem Mix aus neuen und gebrauchten Büchern. Zudem spare die Regierung bei den Ausgaben für Familien mit sehr niedrigem Einkommen, da diese am Leihsystem teilnehmen müssten, wenn sie eine Förderung erhalten wollen. 25 % aller Kinder aus solchen Familien wurden bisher die Kosten ersetzt; die Ausgaben des Landes sinken dort also um rund zwei Drittel.

Besonders kritisch sehen die Eltern neben dem hohen jährlichen Aufwand für Verwaltung und Logistik die Phase am Ende des nächsten Schuljahres. Dort seien noch mehr Arbeit und Schwierigkeiten zu erwarten, wenn Bücher zurückgenommen werden, ihr Zustand zu bewerten ist und ggf. Schadenersatz verlangt werden muss.


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