Schule ist mehr als der Notendurchschnitt

"Mehr Transparenz bei der Darstellung von Schulleistungen und von Schulqualität", das verspricht sich Bildungsminister Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann vom so genannten Schul-TÜV, der ab kommendem Schuljahr 2006/2007 eingeführt werden soll. "Schule ist nämlich mehr als der Notendurchschnitt. Schulkultur und Schulklima spielen dafür eine ebenso große Rolle wie Lehrerprofessionalität und Personalentwicklung. Erst im Zusammenspiel aller Aspekte lässt sich guter Unterricht organisieren, der die entsprechenden Ergebnisse für die Schüler sichert."

19.04.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

Für die Pilotphase der Qualitätsanalyse im Schuljahr 2006/07 haben sich bislang 20 Schulen gemeldet, die sich freiwillig evaluieren lassen wollen.

Dafür laufen gegenwärtig die letzten Vorbereitungen, in dem die Prüfer ausgebildet werden. Das sind:

  • 6 Mitarbeiter des Landesinstituts für Schule und Ausbildung (L.I.S.A.)
  • alle 37 Schulräte und
  • jeweils 5 Schulleiter aus jedem Schulamtsbereich.

Ausgebildet werden sie in umfangreichen Schulungsprogrammen, die in Kooperation mit Bayern, Brandenburg und Berlin entstanden sind. Außerdem nehmen sie an Qualitätsanalysen in Schulen dieser Bundesländer teil. Diese drei Bundesländer haben bereits positive Erfahrungen mit der Evaluation an Schulen gemacht.

Die Schulleiter werden im Zusammenhang mit den Fortbildungen zum längeren gemeinsamen Lernen auf den so genannten Schul-TÜV vorbereitet.

Bei diesen Qualitätsanalysen werden geprüft:

  • der Unterricht
  • die Schulergebnisse
  • die Lehrerprofessionalität
  • das Schulmanagement
  • das Schulklima und
  • die Qualitätsentwicklung.

Dazu werden nicht nur Schulleiter und Lehrkräfte, sondern auch Schüler und Eltern nach ihrer Meinung gefragt. Außerdem bilden sich die Evaluatoren bei Rundgängen oder anhand von Interviews ein eigenes Bild.

Die Fragebögen sind so aufgebaut, dass sie miteinander abgeglichen werden können. So werden z. B. Aussagen zum Gruppenunterricht von Schülern mit den Bewertungen dazu von Eltern oder Lehrern verglichen. Erst dann ergibt sich für die Evaluatoren ein Gesamtbild.

Der so genannte Evaluationsbericht fasst alle Ergebnisse der Qualitätsanalyse zusammen. Über diesen Ist-Zustand der Schule wird anschließend die Schulkonferenz informiert. Damit ergibt sich eine nie da gewesene Transparenz, denn hier haben Schüler und Eltern, Lehrer und auch der Schulträger die Möglichkeit, sich mit den Ergebnissen auseinander zu setzen.

Diese Ergebnisse fließen in eine Zielvereinbarung ein, die zwischen der Schule und dem Schulamt geschlossen wird. Darin werden abrechenbare Maßnahmen festgelegt zur Verbesserung der Qualität. Die Kontrolle übernimmt das Schulamt.

Die Pilotphase für die Qualitätsanalyse beträgt in Mecklenburg-Vorpommern ein Jahr. Ab dem Schuljahr 2007/2008 soll der so genannte Schul-TÜV landesweit eingeführt werden.

Minister Metelmann: "Damit wird einer langjährigen Forderung von Lehrern, Schülern, Eltern und Schulträgern nach mehr Transparenz von Lernergebnissen Rechnung getragen. Wir hoffen damit die Arbeit mit Schulprogrammen optimieren zu können."


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