Schule: nur befriedigend

(bikl) Gerade mal die Note drei geben Eltern und Lehrer dem deutschen Schulsystem. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die das Berliner forsa-Institut im Auftrag der Zeitschrift ELTERN for family durchgeführt hat.

15.01.2006 Artikel
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Außerdem halten viele Eltern es nicht mehr für zeitgemäß, dass Schulpolitik Ländersache ist: 61 Prozent sprechen sich für bundesweit einheitliche Lehrpläne aus. Die befragten Lehrer sehen das mehrheitlich anders: Nur bei 38 Prozent stößt dieser Vorschlag auf Gegenliebe.

Ein weiterer Aspekt, an dem die Meinungen von Eltern und Lehrern auseinander gehen: die Leistungsbewertung durch Schulnoten. Beide glauben zwar, dass sie eine wichtige Orientierungshilfe für Eltern und Schüler sind; während Eltern sie aber auch für ein wichtiges Instrument zur Disziplinierung und zum Anspornen halten, spielen für die befragten Lehrer diese Aspekte nur eine untergeordnete Rolle.

Eltern für Noten

"Noten sind notwendig, um Schüler zum Lernen anzuspornen", meinen 75 % der Grundschuleltern, aber nur 35 % der Grundschullehrerinnen. Doch mit wachsender Erfahrung ändert sich die elterliche Einstellung. Bei den Oberstufenschülern glaubt schon jede dritte Mutter beziehungsweise jeder dritte Vater, dass Noten ihren Kindern die Lust am Lernen rauben.

Lehrer: ausformulierte Beurteilungen

Nur die Hälfte aller befragten Lehrer findet, dass Noten motivieren, 44 Prozent finden sie überflüssig und ausformulierte Beurteilungen wesentlich aussagekräftiger. Ein großer Teil der Pädagogen kritisiert darüber hinaus, dass der Lernerfolg häufig mit falschen Maßstäben gemessen wird und wünschen sich realistischere Leistungsanforderungen seitens der Eltern (72 Prozent). Dies trifft besonders auf Lehrer von Grundschulen zu (82 Prozent).

Der mit Abstand größte Wunsch seitens der Mütter und Väter ist eine stärkere Gewaltprävention an der Schule. Obwohl laut Elternaussagen lediglich etwa 10 Prozent der Schüler von Mobbing oder aggressiven Mitschülern bedroht sind, sehen 86 Prozent hier den größten Handlungsbedarf. Für weniger Stundenausfall plädieren 76 Prozent.

An der Untersuchung nahmen 1.012 Eltern mit Kindern zwischen 6 und 20 Jahren sowie 501 Lehrerinnen und Lehrer teil.


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