"Schulen auf Erfolgskurs – Hauptschulen verändern sich"

Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw), die Deutsche Kinder und Jugendstiftung (DKJS), die Handwerkskammer Berlin und die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung stellen das Kooperationsprojekt "Schulen auf Erfolgskurs - Hauptschulen verändern sich" vor.

03.07.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

An Berliner Hauptschulen lernt nur etwa jeder Zehnte eines Schülerjahrgangs, der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund ist besonders hoch. Hauptschulabsolventen sind mit einer besonders angespannten Ausbildungsplatzsituation konfrontiert und brauchen eine geeignete Hilfestellung für den Übergang in Ausbildung und Arbeitsleben. Mit diesen Herausforderungen wollen die am Projekt beteiligten Partner die Berliner Hauptschulen nicht alleine lassen. Sie sehen es als gesamtgesellschaftlichen Auftrag, die Schulen im Veränderungsprozess zu unterstützen und auf Erfolgskurs zu bringen.

Weil diese anspruchsvolle Aufgabe nur in einer konzertierten Aktion starker Partner gelingen kann, haben die Stiftung der Deutschen Wirtschaft, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, die Handwerkskammer und die Senatsschulverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung das Projekt "Schulen auf Erfolgskurs ‑ Hauptschulen verändern sich" entwickelt. Die Arbeitsgrundlage basiert auf einem drei Säulen-Modell:

Die 1. Säule richtet sich an die Schulleitung und die erweiterte Schulleitung. Schulleitungen von dreizehn Berliner Hauptschulen werden von Mitarbeitern der Projektträger bei der alltäglichen Arbeit unterstützt. Hier geht es vor allem um die

  • Verbesserung der Arbeitsweise des Schulleitungsteams
  • Stärkung und Unterstützung von Kooperationsprozessen Die erste Säule wird maßgeblich durch die Stiftung der Deutschen Wirtschaft getragen.

Die 2. Säule richtet sich an Lehrkräfte und unterstützt die

  • Veränderung von Rahmenbedingungen für die Lernprozesse innerhalb der Schule
  • Verbesserung des praxisorientierten Unterrichts unter Einbindung von Schülerfirmen
  • Erstellung fächerübergreifender Konzepte, die sowohl die Berufsorientierung als auch die Begleitung in die berufliche Ausbildung verstärken. Diese Säule wird vor allem durch die Deutsche Kinder und Jugendstiftung getragen.

Die 3. Säule richtet sich an alle Beteiligten:

  • Förderung der Schülerinnen und Schüler beim Übergang in das Arbeitsleben
  • Fortbildung der Schulleitungen im Bereich des Schulmanagements
  • Beratung der Schulleiter und Lehrer bei der systematischen Berufsorientierung in der Schule
  • Unterstützung beim Aufbau von Kooperationen mit den Betrieben des Berliner Handwerks. Die dritte Säule wird vorrangig durch die Handwerkskammer Berlin getragen.

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner begrüßt die Bereitschaft der Handwerkskammer und der Stiftungen, sich für Berliner Hauptschulen zu engagieren: "Dieses Projekt birgt große Chancen für die teilnehmenden Schulen. Der Gewinn für die Schulen liegt in einer größeren beruflichen Zufriedenheit von Schulleitung und Lehrkräften, einer stärkeren Identifikation mit ihrer Schule, einer höheren Zufriedenheit sowie Lern- und Leistungsbereitschaft seitens der Schüler und in einem gestärkten Vertrauen in die Schule, mehr Transparenz und Verbindlichkeit für die Eltern."

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin: "Die Handwerkskammer Berlin stellt ihre Kompetenz im Management den Schulen für eine erfolgreiche Umsetzung des Unternehmens Schule zur Verfügung. Denn die Leistungsfähigkeit der Schulen hängt in Zukunft noch stärker davon ab, dass die Schulleitungen im Bereich der Berufsvorbereitung zielgerichtet vorgehen. Wichtig ist uns, Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben zu fördern, um Jugendliche möglichst frühzeitig auf die Anforderungen in der Berufswelt vorzubereiten."

Die Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Dr. Heike Kahl: "Wer eine Schülerfirma gründet und in ihr mitarbeitet, macht wertvolle berufsrelevante Erfahrungen. Diese Erfahrungen sollen insbesondere Berliner Hauptschüler auf ihrem Weg ins Berufsleben nutzen. Schülerfirmen sind vielerorts bereits fester Bestandteil des schulischen Alltags und als eine Form handlungsorientierten Lernens anerkannt. Dies gilt es, sich bewusst zu machen und es nachhaltig an Schulen zu verankern."

Hans-Jürgen Brackmann, Generalsekretär der Stiftung der Deutschen Wirtschaft: "Die sdw hat bereits in mehreren Projekten erfolgreich mit Schulleitungen zusammengearbeitet, ihren Erfahrungsaustausch untereinander moderiert und dadurch nachhaltige Qualitätsverbesserungs­prozesse an jeder einzelnen Schule in Gang gesetzt. Unsere Kompetenzen auf diesem Feld und in der Berufsorientierung wollen wir auch für die Berliner Hauptschulen nutzbar machen."


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