Deutschförderung

Schulische Integration in Hessen auf einem guten Weg

Neun von zehn ausländischen Jugendlichen erreichen einen Schulabschluss.

30.08.2019 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium
  • © Frank Gaertner/Shutterstock

„Mehr als 70.000 Flüchtlinge und Zuwanderer ohne Deutschkenntnisse wurden seit dem Jahr 2015 in das hessische Schulsystem aufgenommen“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz gestern auf der 9. Tagung des Praxisbeirats zur Flüchtlingsbeschulung in Wiesbaden. „Von unseren Lehrkräften über die Bildungsverwaltung bis zu den sozialpädagogischen Fachkräften haben alle an Schule Beteiligten in den vergangenen Jahren Großartiges geleistet und Hessen zu einem Spitzenreiter bei der schulischen Integration junger Flüchtlinge und Zuwanderer gemacht.“ 

Besonders erfreut zeigte sich der Minister davon, dass die Schulabbrecherquote in Hessen auch unter Berücksichtigung der neu ins Schulsystem aufgenommenen Schülerinnen und Schüler weiterhin die niedrigste in ganz Deutschland ist: Laut der Bildungsmonitor-Studie liegt in Hessen die Quote nichtdeutscher Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, bei 10,3 Prozent und damit acht Prozentpunkte unter dem Bundesschnitt. „Die Zahlen für Hessen bestätigen, dass es richtig war, auf die systematische Deutschförderung in Intensivklassen zu setzen und Kinder und Jugendliche im Anschluss parallel zum Regelunterricht in Deutschförderkursen weiter zu unterstützen“, so Lorz. Auch wenn die Zahl geflüchteter Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen habe, bleibe Integration vor allem wegen der permanent hohen Zuwanderung aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union aber weiter eine zentrale Aufgabe. „Genau deshalb setzen wir auch weiterhin auf die Erfahrungen unserer Expertinnen und Experten vor Ort und halten an unserem Praxisbeirat fest“, betonte der Minister. 

Der Praxisbeirat setzt sich aus Schulleitungen der unterschiedlichen Schulformen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bildungsverwaltung, Schulträgern und je einem Vertreter des Landeselternbeirates und der Landesschülervertretung zusammen. Als Beratungsgremium hat er in den vergangenen Jahren wichtige Impulse gegeben, die nachhaltig im Schulsystem verankert wurden. „Auch wenn in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht wurde, bleibt die Integration zugewanderter und geflüchteter Schülerinnen und Schüler eine Daueraufgabe. Deshalb ist es entscheidend, weiter in die Qualität schulischer Sprachförderung zu investieren. Im aktuellen Haushaltsjahr haben wir dazu etwa die Sachmittel für Deutschfördermaßnahmen auf knapp 1,5 Mio. Euro mehr als verdoppelt und uns im Koalitionsvertrag auf die Einführung verpflichtender Vorlaufkurse im Jahr vor der Einschulung verständigt. Ich danke dem Praxisbeirat für seine wichtigen Anregungen und freue mich schon auf die weitere Zusammenarbeit“, hielt der Minister abschließend fest.


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