Schulleiterwahl auf dünnem Eis

"Der Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts, die Befristung von Führungspositionen von Beamten für verfassungswidrig zu erklären, sollte die Landesregierung nachdenklich stimmen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW).Die befristete Wahl von Schulleitern steht damit zumindest auf der Kippe."

28.09.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

In den Diskussionen über das Schulgesetz hat der VBE wiederholt darauf hingewiesen, dass ein befristet von der Schulkonferenz gewählter Schulleiter in unerwünschte Abhängigkeiten geraten kann. Dies ist nun von höchstrichterlicher Instanz bestätigt worden. Das Bundesverwaltungsgericht erklärt unmissverständlich, Beamte dürften nach der Berufung in ein Führungsamt nicht zehn Jahre lang "der Möglichkeit unsachlicher und politischer Pressionen und einem Druck zu Willfährigkeit und Anpassung ausgesetzt werden, indem man sie im Ungewissen darüber lässt, ob sie das Amt auf Dauer behalten werden."

"Die entsprechende Regelung zur Schulleiterwahl in NRW birgt genau diese Gefahren in sich", so Beckmann weiter. "Ein Schulleiter, der bei der ersten Kandidatur von der Schulkonferenz befristet gewählt wird, kann sehr leicht in die Mühlen unterschiedlicher Interessen geraten. Angesichts der Schlüsselrolle, die Schulleiterinnen und Schulleiter gerade in eigenverantwortlichen Schulen haben sollen, kann das ein Hemmschuh für die Schulentwicklung sein."

Der VBE wartet gespannt auf die endgültige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dem die Angelegenheit zur Prüfung vorgelegt worden ist.

"Die Landesregierung sollte sich zwischenzeitlich schon Gedanken über ein neues Einstellungs- bzw. Wahlverfahren für Schulleiterinnen und Schulleiter machen", so Beckmann abschließend. "Vor allem in den Grund- und Hauptschulen fehlen ohnehin schon Schulleiterinnen und Schulleiter. Das Wahlverfahren hat erheblich dazu beigetragen, diese Funktion noch unattraktiver zu machen. Die Entscheidung dafür war also so oder so verfehlt."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden