"Schulpraxis nicht berücksichtigt" - Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider zum "Schulpolitik-Check"

Für Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider zäumt der Schulpolitik-Check der Initiative "Neue Soziale Marktwirtschaft" die Frage nach Schulreformen von der falschen Seite her auf.

30.05.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Minister Schneider betont: "Der Schulpolitik-Check hat nicht untersucht, ob und wie in Schulgesetzen formulierte Reformen tatsächlich an den Schulen umgesetzt werden." Aber genau die Frage des Unterrichts in der Klasse und der praktischen Einführung von Reformen an der Schule sei der Maßstab für notwendiges Handeln.

"Entscheidend ist für mich die Praxis, nämlich ein qualitativ hochwertiger Unterricht, mit dem es gelingt die Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern", unterstreicht Minister Schneider. "Bayerns Schulen leisten hier Hervorragendes", ergänzt Schneider und verweist auf die hervorragenden Leistungen, die Bayerns Schülerinnen und Schüler bei nationalen und internationalen Leistungsvergleichstudien erreicht haben. Bayern habe immer Qualität von Schule und Unterricht geachtet, diese regelmäßig überprüft und konsequent weiterentwickelt.

"Auch der Schulpolitik-Check bescheinigt den bayerischen Schulen insgesamt hohe Qualitätsstandards", sagt Schneider. Die Studie zeige außerdem, dass es gelungen sei, die "richtigen Schlüsse aus den Ergebnissen der Pisa-Studien zu ziehen", so Schneider weiter.

Im Einzelnen führt der Minister aus:

  1. "Ich freue mich darüber, dass in der Studie die hohen Qualitätsstandards bayerischer Schulen deutlich werden. Die an bayerischen Schulen eingeführten Instrumente der Qualitätssicherung wie zentrale Abschlussprüfungen, Bildungsstandards, Vergleichsarbeiten und Schulevaluationen bewähren sich."
  2. Die Studie würdigt auch, dass an bayerischen Schulen, Ganztagsangebote konsequent ausgebaut werden. "Gerade der Ausbau eines bedarfsgerechten und flächendeckenden Angebotes gebundener Ganztagsschulen an Hauptschulen bis 2012/2013 ist ein wichtiger Baustein, um Schülerinnen und Schüler noch besser individuell zu fördern und die Chancen zu erhöhen, dass jeder Schüler die Hauptschule mit einem Abschluss verlassen kann", so der Minister. Für das kommende Schuljahr wird jeder Antrag auf eine Ganztagsschule genehmigt, der die Voraussetzungen erfüllt.
  3. Im Schulpolitik-Check seien schulpolitische Entscheidungen sehr stark danach beurteilt worden, wie Sie in Gesetzestexten formuliert seien. "Für mich ist entscheidend, wie Schulpolitik an den Schulen zum Wohle der Schülerinnen und Schüler tatsächlich umgesetzt wird", wirft Minister Schneider den Blick auf die Praxis, die für die Schüler zentral sei. Bayern setze besonders bei der Qualitätssicherung an Schulen seit Jahren auf verbindliche Zielvereinbarungen zwischen Schulen und Schulaufsicht sowie auf Schulprofile, die die einzelne Schule mit Eltern, Schülern und Kommunen entwickeln und im Rahmen von regelmäßigen verpflichtenden Schulevaluationen überprüft werden."
  4. "Außerdem haben wir in Bayern eine ganze Reihe weiterer Reformen eingeleitet, um die Schülerinnen und Schüler noch besser zu fördern".

Dies sind z. B. :

  • Neufassung der Lehrpläne an allen Schularten, Orientierung an Bildungsstandards, Betonung der Nachhaltigkeit des Lernens
  • Förderung schulischer Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, etwa durch Freigabe von erprobten Maßnahmen aus dem Schulversuch MODUS 21
  • Konsequenter Ausbau von Sprachförderangeboten für Kinder mit Migrationshintergrund an Kindergärten und Grundschulen
  • Verbesserung der Lehrerausbildung, z. B. durch Erhöhung des Praxisanteils im Studium

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