School Health Nurses

Schulschwestern auch in Deutschland?

(red/pm) In vielen Ländern sind School Health Nurses etabliert. In Deutschland jedoch sind die so genannten "Schulschwestern" noch eine Ausnahmeerscheinung. Jetzt hat die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) den bundesweiten Einsatz von Schulschwestern gefordert.

18.08.2014 Artikel

In Kanada, in Australien, in den meisten Staaten der USA, aber auch in vielen europäischen Staaten hat sich die Schulschwester bewährt. An jeder Schule in Schweden, Finnland und England gibt es mindestens eine Schulschwester, die zumeist in einem Team aus Lehrern, Schularzt, Schulpsychologe und Schulsozialarbeiter arbeitet. Pro Schuljahr nimmt in Schweden im Schnitt jedes Kind vier Mal die Dienste der Schulschwester in Anspruch. Da Schulschwestern der Schweigepflicht unterliegen und auch keine Noten verteilen, haben Schüler meist großes Vertrauen zu ihnen. Pflegewissenschaftler Andreas Kocks von der Universität Witten-Herdecke plädiert schon seit fast zehn Jahren dafür, dieses Modell auf Deutschland zu übertragen.

An deutschen Schulen gibt es kein vergleichbares Angebot. "Das machen Sekretärinnen oder Hausmeister", sagt Kocks, "dabei wäre es nicht nur für die 15 bis 20 Prozent chronisch kranken Kinder, die wir in Deutschland haben, wichtig, dass sie in der Schule einen kompetenten Ansprechpartner und Fürsprecher haben. Und nicht erst die Diskussion um Integration und Inklusion bringt die Themen Gesundheit, Krankheit und Pflegebedarf in die Schule. Eine Schulschwester könnte daran arbeiten, dass die Schule endlich der Raum wird, der Gesundheit fördert und, falls nötig, Krankheiten in den Alltag integriert."

Ganz allgemein gilt die Schulschwester in vielen Ländern als erste kompetente Ansprechpartnerin für alle gesundheitlichen Belange der Kinder im schulischen Alltag sowohl für Schüler und Eltern, aber auch für Lehrer. Sie entscheidet auch darüber, ob oder wann ein Schularzt einzuschalten ist. Speziell für chronisch kranke Kinder in der Schule fungiert sie als Case-Managerin, indem sie die Schüler und deren Eltern unterstützt und begleitet. Zudem soll sie stets überprüfen, ob alle nachgehenden Fürsorgemaßnahmen umgesetzt und Behandlungspläne eingehalten werden. Eine Schulschwester, so die DGSPJ, könne zudem vor Ort als Ansprechpartner für Inklusionshelfer und Schulbegleiter fungieren.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden