Nach der KESS-Studie

Schulsenator Rabe: Bessere Schülerleistungen durch äußere und Binnendifferenzierung

Nach der Präsentation der KESS 13- Studie wird darüber diskutiert, ob Schülerinnen und Schüler nach Leistung getrennt unterrichtet werden müssen (so genannte äußere Differenzierung).

04.09.2013 Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Dazu erklärt Schulsenator Ties Rabe: "Die getesteten Schülerinnen und Schüler besuchten von 2003 bis 2009 Haupt- und Realschulen oder die Mittelstufe der Gesamtschulen. Sie besuchten in einer Zeit die Schulen, in der ein CDU-geführter Senat großen Wert auf die äußere Differenzierung legte. Damals wurden die Schülerinnen und Schüler in der Regel nach Leistungen in verschiedenen Lerngruppen unterrichtet (so genannte A- und B-Kurse an den Gesamtschulen). Die schlechten Test-Ergebnisse zeigen, dass eine äußere Differenzierung keineswegs zum Erfolg geführt hat. Vielmehr kommt es darauf an, dass beide Wege, äußere Differenzierung und Binnendifferenzierung, mit vernünftigen pädagogischen Konzepten verbunden werden. Deshalb ist eine einseitige Diskussion nach dieser Studie erkennbar unsinnig."

Senator Rabe erinnerte noch einmal daran, dass die getesteten Schülerinnen und Schüler zu einer Zeit zur Schule gegangen sind, in der es die vielen jetzt eingeleiteten Verbesserungen noch nicht gab:

  • Einführung der Stadtteilschule: Die Stadtteilschule wurde gegründet, 2010 starteten die ersten Klassen in Klasse 5. Sie ist damit im aktuellen Schuljahr bis zur 8. Klasse hochgewachsen.
  • Kleinere Klassen: Die Stadtteilschulklassen wurden auf 23 (Klasse 5/6) und 25 (Klasse 7-10) verkleinert.
  • Mehr Lehrpersonal: Die Stadtteilschule hat 15 Prozent mehr Personal als die früheren Gesamtschulen: 2009 kamen auf 100 Schüler 7,8 pädagogische Stellen, 2013 sind es 9,0 Stellen.
  • Zusätzliche Oberstufen: Mit der Einführung zusätzlicher Oberstufen arbeitet an den Stadtteilschulen ein multiprofessionelles Kollegium mit einem höheren Anteil von Gymnasiallehrern.
  • Mehr Ganztagsschulen: Heute besuchen mehr als doppelt so viele Stadtteilschülerinnen und -schüler eine Ganztagsschule, allein seit 2011 stieg die Zahl der Ganztagsschulen von 28 auf 50. Im Rahmen des Ganztags wurden zahlreiche Bildungs- und Förderangebote aufgebaut.
  • Neue, regelmäßige Lernstandsüberprüfungen: Durch die Einführung der Lernstandsuntersuchung KERMIT in den Klassenstufen 2, 3, 5, 7, 8 und 9 wird der Lernstand der Schülerschaft jetzt frühzeitiger und genauer erfasst.
  • Klare und verbindliche Lernstandards durch Zentralabitur: Mit der deutlichen Ausweitung des Zentralabiturs werden klare und verbindliche Standards für beide Schulformen gesetzt.
  • Kostenlose Nachhilfe: Dank der Einführung einer kostenlosen zusätzlichen Lernförderung ("Nachhilfe an der Schule") werden mehr als zehn Prozent der Schülerschaft zusätzlich gefördert.
  • Neue Ausrichtung Naturwissenschaften: Durch eine Lehrplanänderung wird der naturwissenschaftliche Fachunterricht in der Mittelstufe stärker auf die Oberstufe ausgerichtet.

Senator Rabe: "Von diesen gewaltigen Verbesserungen haben die hier getesteten Abiturientinnen und Abiturienten nicht mehr profitieren können. Ich bin sicher, dass unter den heutigen Rahmenbedingungen die Leistungen steigen werden. Dennoch müssen wir auch kritisch zurückblicken. Das Hamburger Schulsystem darf trotz vieler sozialer Herausforderungen nicht aus dem Blick verlieren, dass es an der Schule vorrangig um bessere Leistung und Bildung geht."


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