Schuluniformen als aufdiktierte Wunderwaffe gegen soziale Ungleichheiten?
Es ist Mai, das Wetter ist schön und die Schülerinnen und Schüler im Lande schwitzen bei gelegentlichen Temperaturen von mehr als 22°C bei der Prüfungsvorbereitung und beim Abitur.
10.05.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-AnhaltDie friedliche Schullandschaft wird jedoch wieder einmal erschüttert von der uralten Debatte und dem Gerangel des Für und Wider von Schuluniformen. Frau Bundesjustizministerin hat mit diesem neu erfundenen Fahrrad eine erneute Diskussionsgrundlage geschaffen, zu der sich selbstverständlich auch die Schülerinnen und Schüler des Landes äußern werden.
Der Landesschülerrat steht der Einführung von Schuluniformen an den einzelnen Schulen nicht im Wege, jedoch sehen wir stark davon ab, dies per Gesetz vorschreiben zu lassen.
Jede Schule sollte, von ihrer Autonomie überzeugt, eine intelligent geleitete Debatte um dieses Thema führen, und Eltern und Schüler gemeinsam sollten, genau wie Lehrer auch, am Ende der Debatte mit der Lösung glücklich sein.
Ich finde es merkwürdig und vor allem recht einfallslos, die Schuluniformen als Allheilmittel gegen soziale Klassenunterschiede und die damit verbundenen Ausgrenzungen innerhalb der Schulsituation anzusehen. Auch das Argument der besseren Integration von Migranten kann nur als Nebenerscheinung und nicht als eindeutige Folge gesehen werden, ebenso wie das Argument, dass eine Schuluniform einer besseren Identifikation der Schüler mit der Schule dient.
Diese Identifikation mit einer Institution beginnt im Kopf und geht weder von der Art und Beschaffenheit der Kleidung noch von der Art des Haarschnitts aus. Wenn Schule es wünscht, dass sich ihre Schüler mit ihr identifizieren, muss sie es schaffen, diese Lobby auch ernst zu nehmen und Schüler aktiv am Schulalltag mitgestalten zu lassen.
Ein weiteres äußerst negatives Nebenprodukt beim Einführen von einem Uniformierungszwang wäre das generelle und totale Aufgeben der eigenen äußeren Persönlichkeit. Durch eine Uniformierung würde es dem Schüler versagt, sich entsprechend seinem Styl zu kleiden und dadurch letzten Endes auch sein ganz eigenes Lebensgefühl auszudrücken. Ich finde es wichtig, dass Schule es schafft, Schülerinnen und Schülern die nötigen Freiräume bereitzustellen, um sich individuell zu entfalten und so teilzuhaben an einem immer fortwährenden Gestaltungsprozess der Schule. In einer Schule treffen viele verschiedene Kulturen, Einstellungen, Vorgeschichten und ,ganz wichtig, Individuen aufeinander, denen es nicht verwehrt bleiben soll, sich und ihr Lebensgefühl auszudrücken, ganz wie sie es wünschen. Der Landesschülerrat sieht Schuluniformen als willkommene Abwechslung, wenn sie denn von allen gewünscht ist, lehnt jedoch strikt einen landesweiten Zwang ab.
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