Schulversuch entpuppt sich als Erfolgsmodell für Problemschüler
"Jede Schülerin und jeder Schüler ist wichtig und sollte die Schule nicht ohne einen Abschluss verlassen", lautet das Credo von Kultusministerin Brunhild Kurth. Doch wie kann man Schülern mit sehr komplexen Problemlagen wie schwerwiegenden Lern– und Verhaltensproblemen oder Schulverweigerern helfen einen Schulabschluss zu erlangen? Der fünfjährige Schulversuch "Gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr" hat sich dabei als ein Erfolgsmodell entpuppt.
14.06.2013 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für KultusIn einer Festveranstaltung dankte heute Kultusministerin Brunhild Kurth allen am Schulversuch beteiligten Schülern, Lehrerteams, Sozialpädagogen, Praxisbegleitern und Unternehmen für die erfolgreiche Arbeit. "Sie alle haben eine pädagogisch sehr anspruchsvolle Arbeit geleistet und damit Schülerinnen und Schülern auf ihrem Weg zum Abschluss Halt und Motivation gegeben", sagte die Kultusministerin auf der Festveranstaltung in Leipzig.
Über 1.200 Schüler nahmen an dem Schulversuch, der seit 2008 läuft, teil. Viele von ihnen erreichten einen Schulabschluss und konnten eine Ausbildung aufnehmen. Die erste Phase des Schulversuchs lief unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Frankfurt am Main. Angesichts der guten Ergebnisse wird der Schulversuch fortgeführt.
Der Schulversuch "Gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr" gliedert sich in zwei konzeptionell unterschiedliche Ansätze. Das "Gestreckte Berufsvorbereitungsjahr in zweijähriger Form" wendet sich an Abgänger von Mittelschulen Klassenstufe 9 und Förderschulen zur Lernförderung. Statt wie herkömmlich in einem Jahr lernen die Schüler über zwei Jahre an Berufsschulzentren und in Unternehmen. Der Unterricht hat dabei einen deutlich höheren Praxisanteil. Begleitet werden die Schüler nicht nur von den Lehrerteams, sondern auch von Praxisberatern und Sozialpädagogen. 1.044 Schüler nahmen bislang an dem zweijährigen Berufsvorbereitungsjahr teil. Beteiligt sind daran die Berufsschulzentren in Löbau, Hoyerswerda, Dippoldiswalde, Großenhain, Wilkau-Haßlau, Limbach-Oberfrohna, Glauchau, Reichenbauch und die Karl-Heine-Schule Leipzig sowie die Susanna-Eger-Schule Leipzig.
Bei dem "Gestreckten Berufsvorbereitungsjahr in kooperativer Form" arbeiten berufsbildende Schulen und Förderschulen eng zusammen. Hier lernen Förderschüler bereits in der 9. Klasse an einem Tag in der Woche an einer berufsbildenden Schule. Nach Abschluss der 9. Klasse setzt sich der Bildungsweg im einjährigen Berufsvorbereitungsjahr an der berufsbildenden Schule mit sonderpädagogischer Unterstützung durch Förderschullehrer fort. 217 Schüler nahmen bisher an dem "Gestreckten Berufsvorbereitungsjahr in kooperativer Form" teil. Die engen Kooperationen zwischen Förderschulen und berufsbildenden Schulen gibt es in den Regionen Leipzig, Dresden, Wurzen und Kamenz.
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