Schwaches Unternehmerlob für Sommers Schulpolitik
Beim Bildungsranking der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" ist NRW trotz Verbesserungen in manchen Handlungsfeldern wieder nur auf Platz 15 zu finden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wertet die Ergebnisse als "schwaches Unternehmerlob für Sommers Schulpolitik" und kritisiert die rein wirtschaftliche Ausrichtung der Studie.
26.08.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen"Die von den Metallindustrie-Chefs gesponserte Studie misst den Erfolg von Bildung nur daran, was sie zum Wirtschaftswachstum beitragen kann. Die Qualität von Schule und Bildung muss aber auch das Wohl und die persönliche Entwicklung von Kinder und Jugendlichen in den Blick nehmen," erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber nach Auswertung der Daten des Bildungsvergleichs aller 16 Bundesländer.
"Wenn junge Leute sich so wenig für den Ingenieurberuf entscheiden, liegt das daran, dass die Ausstattung der Schulen für den naturwissenschaftlichen Unterricht noch immer Mängel aufweist und insbesondere junge Fachlehrer fehlen", erklärt Meyer-Lauber den dramatischen Rückgang der Hochschulabsolventen. Eine Ursache für den Lehrermangel seien schlechte Einstellungsbedingungen und eine zu geringe Bezahlung für Berufseinsteiger.
Die von der Studie bemängelten unzureichenden Betreuungsbedingungen in den Bildungseinrichtungen kommentierte der GEW-Landesvorsitzende mit den Worten: "Während die Landesregierung im Ganztagsausbau aktiver geworden ist, ist bis heute bei der Senkung von Klassengrößen immer noch kein Fortschritt erkennbar."
Der Rückgang der Zahl von Frühpensionierungen in NRW - in der Analyse positiv herausgestellt - sei im wesentlichen auf die hohe Zahl der Beschäftigten in der Altersteilzeit zurückzuführen. Meyer-Lauber: "Derzeit arbeiten über 9.000 Lehrkräfte nach der Altersteilzeitregelung in NRW."
Die GEW sieht sicht in ihrer Forderung nach einem deutlichen Personalaufbau an den Hochschulen in NRW durch den INSM-Bildungsmonitor unterstützt. Meyer-Lauber: "Die Einschätzung stimmt. Bei den Betreuungsrelationen an den Hochschulen ist NRW 'traditionell schlecht und bundesweites Schlusslicht'."
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