Sechs, setzen! Herr Minister
63 Prozent aller Ausfallstunden an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern gehen auf Erkrankung des Lehrpersonals zurück, dies vermeldet heute das Bildungsministerium. Bildungsminister Henry Tesch schlägt deshalb den Einsatz von "Schulberatern für Lehrergesundheit" sowie die Verlagerung von Fortbildungen in "zumutbarem Umfang" in die unterrichtsfreie Zeit vor. "Das ist der blanke Hohn!", empört sich Annett Lindner, Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW im Land.
14.07.2010 Pressemeldung GEW Mecklenburg-VorpommernSeit Jahren steige die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer. So wurde u.a. die Pflichtstundenzahl erhöht, und die außerunterrichtlichen Verpflichtungen nahmen stetig ohne entsprechenden Ausgleich zu. Da sei es nicht verwunderlich und auch nicht neu, dass die Anzahl der Erkrankungen und mit ihnen der Unterrichtsausfall steige, so die Vorsitzende. Der Plan des Ministers nun auch noch verstärkt Fortbildungen in die unterrichtsfreie Zeit zu verlegen gehe deutlich am Ziel, der Bekämpfung der eigentlichen Ursache, vorbei. Dazu Annett Lindner: "Hier wird eine richtige Diagnose, die deutlich zu hohen Krankheitszahlen der Lehrerinnen und Lehrer, mit der falschen Therapie bekämpft.". Das gehe am Thema vorbei und schaffe keine attraktiven Arbeitsbedingungen für die Lehrerinnen und Lehrer im Land.
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