Grüne Niedersachsen

Sonderpädagogische Unterstützung im Bereich Sprache regional differenziert weiterentwickeln

Darum geht´s: Nachdem der Landtag in der vergangenen Woche über eine ganze Reihe von Petitionen zum Erhalt von Förderschulen und -klassen, insbesondere im Förderschwerpunkt Sprache aber auch Lernen, debattiert hat, haben die Schulexperten der Fraktionen von SPD und Grünen Vorschläge zur Weiterentwicklung der inklusiven Schule erarbeitet und vorgestellt. Die grüne Fraktion wird über diese Vorschläge in Kürze entscheiden.

01.04.2014 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Das sagen die Grünen

Ina Korter, schulpolitische Sprecherin

"Die Inklusion in der Schule verfolgt das Ziel, der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen entgegenzuwirken und zugleich eine gute schulische Förderung sicherzustellen. Der geeignete Förderort ist aus unserer Sicht die inklusive Schule."

"Die Abgeordneten der rot-grünen Koalition haben in den vergangenen Monaten eine Vielzahl intensiver Gespräche geführt. Wir nehmen die Sorgen der betroffenen Schülerinnen und Schüler, der Eltern, Lehrkräfte und der Kommunen als Schulträger sehr ernst. Deshalb werden wir sehr differenziert und mit der nötigen Zeit die inklusive Schule weiterentwickeln."

"Wir wollen für den Förderschwerpunkt Sprache konkrete Perspektiven schaffen. Voraussetzung dafür ist die Erarbeitung regionaler Inklusionskonzepte."

"Bestehende Grundschulen mit angegliederten Sprachheilklassen sollen sich zu 'Grundschulen mit einem inklusiven pädagogischen Profil Sprache' weiterentwickeln. Hierfür erarbeiten diese ein inklusives Konzept. Damit wird an diesen Schulen die sonderpädagogische Kompetenz im Bereich Sprache sichergestellt."

"Sprachheilklassen, die derzeit an Förderschulen Lernen angegliedert sind, können ebenfalls Teil solcher inklusiver Grundschulen werden."

"Die eigenständigen Förderschulen Sprache laufen ab 1.8.2015 aufsteigend ab der ersten Klasse aus. Sie können ebenso wie die bisherigen bestehenden Förderklassen Sprache abgestimmt mit einem jeweiligen regionalen Inklusionskonzept in inklusive Grundschulen mit dem Profil Sprache überführt werden."

"Zur Unterstützung werden wir Beratungs- und Unterstützungszentren in den Regionen einrichten, die die Schulen begleiten und ihnen professionelle Hilfe bieten. Zugleich wollen wir die Fort-und Weiterbildung der Lehrkräfte massiv ausbauen."

"Probleme einiger Schulträger bei der Einrichtung und Ausstattung der inklusiven Schule für alle Schwerpunkte wollen wir berücksichtigen und wo nötig, die ausreichende zeitliche Flexibilität bei der Bildung von Schwerpunktschulen über das Jahr 2018 hinaus einräumen – sofern dies beantragt wird und die Schulträger ein regionales Inklusionskonzept entwickelt haben."

Zum Hintergrund

Die Schullandschaft im Bereich des Förderschwerpunkts Sprache ist in Niedersachsen regional sehr unterschiedlich. Derzeit besuchen von den insgesamt ca. 35.000 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf 1.336 SchülerInnen eine der insgesamt neun Förderschulen Sprache. 1.116 Schülerinnen und Schüler besuchen eine Sprachheilklasse, die an eine Förderschule Lernen angebunden ist (24 Standorte), und 1.046 Schülerinnen und Schüler werden in Sprachheilklassen an einer Grundschule unterrichtet (29 Standorte). Eine gemeinsame Beschulung und Prävention ohne gesonderte Fördereinrichtungen gibt es bereits erfolgreich in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg, Cuxhaven, Aurich, Wittmund und Osterholz.

www.gruene-niedersachsen.de


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