Bertelsmann-Studie

SPD fordert besseres Ganztagskonzept

"Der von der Bertelsmann-Stiftung vorgelegte Länderreport über frühkindliche Bildungssysteme ist eine schallende Ohrfeige für Kultusminister Spaenles Bildungspolitik", kommentiert der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, die Ergebnisse.

19.12.2011 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Demnach bildet Bayern neben Niedersachsen und Baden-Württemberg das Schlusslicht bei der ganztägigen Betreuung der Grundschulkinder. Güll: "Nicht einmal 1,5 Prozent der über 465 000 Grundschüler konnten 2010 einen Platz in einer gebundenen Ganztagsklasse bekommen. Das ist nur noch peinlich angesichts der Lobhudeleien auf das bayerische Bildungssystem, die derzeit Kultusminister Spaenle auf Anweisung von Ministerpräsident Seehofer beinahe wöchentlich verkünden muss."

Güll sieht sich durch die Ergebnisse bestätigt: "Wir brauchen in Bayern einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer gebundenen Ganztagsschule. Das ist seit langem eine Grundforderung der SPD." Die CSU aber habe entsprechende Anträge im Bayerischen Landtag stets abgelehnt. Auch in der Bedeutung qualitativ guter Ganztagsangebote stimmt die SPD-Landtagsfraktion mit den Forderungen im Länderreport überein. Güll: "Die Bertelsmann-Stiftung weist zurecht darauf hin, dass ein verlässliches Ganztagsangebot die Bildungschancen der Kinder und für die Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert."

Allerdings sei dafür der Qualitätsstandard ausschlaggebend. "In der Studie wird deutlich, dass viel zu wenig auf Qualität bei den Ganztagsangeboten geachtet wird", so Güll. In den meisten Bundesländern, so auch in Bayern, seien zwar die Betreuungszeiten festgelegt, Qualitätsstandards aber fehlten. Güll: "Nachdem unter den politischen Parteien nicht mehr strittig ist, ob es Ganztagsangebote in den Schulen geben soll, müssen wir uns jetzt um das Wie kümmern."

In Bayern werden nach Angaben des Länderreports sowohl Angebote von Kindertagesstätten, Horten und Mittagsbetreuung als auch schulische Angebote unter Ganztagsbetreuung zusammengefasst. So weise die Studie für Bayern rund 90 000 "ganztägige außerunterrichtliche Angebote" für Grundschüler aus, davon seien aber nicht einmal 7 000 Plätze in gebundenen Ganztagsklassen. "Wir haben in Bayern fast 2 500 Grundschulen. Nur 300 davon haben gebundene Ganztagsklassen. Hier muss schnell etwas passieren", fordert der SPD-Politiker.


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