SPD-Profilierung auf Kosten der Schulformprofile
Die SPD in Nordrhein-Westfalen steht vor einer schulpolitisch entscheidenden Weichenstellung. Sie plant den Ausstieg aus dem bestehenden vielgliedrigen Schulformangebot. Künftig will sie nur noch Gemeinschaftsschulen zulassen. Die Ankündigung, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln, hat Eltern, Schüler und Lehrkräfte tief verunsichert.
23.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Aktionsbündnis SchuleIn einer Aktuellen Stunde des Landtags am heutigen Tag bekräftigt und verteidigt die schulpolitische Sprecherin der SPD dieses Vorhaben. Die im Aktionsbündnis Schule zusammengeschlossenen 16 schulischen und hochschulpolitischen Organisationen und Institutionen warnen vor einem Konfrontationskurs gegen Elternwünsche, Schülerinteressen und Lehrererfahrungen.
Bereits jetzt löst die Radikallösung der SPD heftigste Reaktionen aus.
"Die, vermutlich nur theoretisch noch in Aussicht gestellten schulformbezogenen Zweige ab der 7. Klasse sind allenfalls auf drei bis vier Jahre angelegt. Diese Amputation lässt keine ernsthaften Schulprofile mehr zu", kritisiert Peter Silbernagel, Sprecher des Aktionsbündnisses Schule.
Die SPD nimmt ihr Modell der "Kooperativen Schule" vom 9.11.1976 wieder auf. Damals war die Zusammenlegung von Schulformen nach einem erfolgreichen Volksbegehren 1978 gestoppt worden. Das Aktionsbündnis Schule geht davon aus, dass fast 30 Jahre später bei aller möglichen Kritik an konkreten schulpolitischen Einzelentscheidungen wiederum eine breite Bevölkerungsmehrheit ein vielfältiges, qualitätsorientiertes Schulformangebot befürwortet. "Die Einheitsschule wird in Nordrhein-Westfalen am Elternvotum scheitern!", prognostiziert Peter Silbernagel.
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