Sprachförderung im Museum

(bikl/idw) Was zunächst nur nach einer biederen Seminarveranstaltung klingt, das brachte in Hannover sehr konkrete pädagogische Ergebnisse. Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars "Möglichkeiten der Sprach- und Kommunikationsförderung im museumspädagogischen Dienst des Sprengel-Museums in Hannover" am Institut für Sonderpädagogik der Universität Hannovernämlich " haben untersucht, wie Museumsangebote für die Sprach- und Kommunikationsförderung sonderpädagogisch betreuter Schulklassen genutzt werden kann. Unter der Leitung des Wissenschaftlichen Mitarbeiters Jörg Mußmann analysierten sie, welche pädagogischen Möglichkeiten ein so genannter außerschulischer Lernort bietet.

30.06.2005 Artikel
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Beispielhafte Museumspädagogik

Dabei nutzten die Studenten insbesondere die Angebote des Museumspädagogischen Dienstes, wie sie von der Abteilung Bildung und Kommunikation des Sprengel-Museums speziell für Kinder bereit gestellt werden. Angebote, wie sie das Sprengel-Museum anbietet, sind in dieser Größe und im gegebenen Umfang in der Bundesrepublik Deutschland bisher eher eine Seltenheit, denn mehrere Museumspädagogen begleiten die jungen Besucher bei der Erkundung der plastischen Exponate und Gemälde. Fragen und Kommentare der Kinder werden schriftlich fixiert und in der Gruppe vorgetragen. Im Anschluss haben die Kinder Gelegenheit, sich spielerisch in schriftlicher oder gestalterischer Form mit selbst ausgewählten Kunstobjekten auseinanderzusetzen.

Die Studierenden lenkten ihre Aufmerksamkeit bei den derart intensiv betreuten Kindern insbesondere aus Aspekte der Sprachverwendung und des Sprachverstehens der Besucher und hatten dazu verbindliche Beobachtungskriterien entwickelt.

Die bessere Lernumgebung

Das wichtigstes Fazit der Beobachtungen ist, dass sich sonderpädagogische Sprach- und Kommunikationsförderung mit handlungsorientierten Lernangeboten in einem Museum viel effektiver gestalten lässt als im Klassenraum.

Dem gegenüber steht das Ergebnis einer Befragung von niedersächsischen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen mit dem Förderschwerpunkt "Sprache": sonderpädagogische Sprachförderung erfolgt meist nur im Klassenraum. Vor diesem Hintergrund motiviert Mußmann die zukünftigen Sprachbehindertenpädagogen, sich neue Orte der individuellen Förderung und der Sprachtherapie zu erschließen.

Weitere Informationen:

www.erz.uni-hannover.de/~jmussmann


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