Start des neuen Landesprogramms zum Ausbau von Ganztagsschulen

In der ersten Antragsrunde des neuen Landesprogramms zum Ausbau von Ganztagsschulen in Baden-Württemberg können 211 Anträge genehmigt werden. Unter den neuen Ganztagsschulen sind 96 Schulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung, die einen verpflichtenden Ganztagsbetrieb anbieten. Dazu zählen 48 Grundschulen, 44 Hauptschulen und vier Förderschulen. 115 Schulen richten zukünftig offene Ganztagsangebote ein. Es wurden dabei die Anträge von 40 Grundschulen, 35 Hauptschulen, 20 Realschulen, 18 Gymnasien und zwei Förderschulen genehmigt. Das Land ermöglicht mit zusätzlichen Lehrerstunden je Woche pädagogische Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen des Ganztagsbetriebs.

20.03.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Kultusminister Helmut Rau MdL bezeichnete am Dienstag (20. März) die hohe Zahl genehmigter Anträge als "guten Start für ein ambitioniertes Ausbauprogramm". Zum Beginn des nächsten Schuljahres 2007/08 wird es voraussichtlich insgesamt 827 Ganztagsschulen in Baden-Württemberg geben. Das ist eine Steigerungsrate von fast 35 Prozent. Bis zum Jahr 2015 sollen im Land insgesamt 40 Prozent der öffentlichen allgemein bildenden Schulen als Ganztagsschule eingerichtet werden. "Unser Ziel ist es, dass jedes Kind und jeder Jugendliche bei Bedarf die Möglichkeit haben soll, eine Ganztagsschule zu besuchen", sagte der Kultusminister.

Ganztagsschule sei ein Weg, um schulische Förder- und Integrationskonzepten zu verbessern und den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufzubrechen. Eine Schlüsselrolle kommt nach Ansicht von Rau dabei dem Ganztagsschul-Konzept der "Schulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung" zu. Als eine solche Schule kann eine Grund- bzw. Hauptschule dann eingestuft werden, wenn sie ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag unter deutlich erschwerten Bedingungen erfüllt. Darüber hinaus müssen noch weitere Genehmigungsvoraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören das pädagogische Konzept, ein Ganztagsbetrieb an vier Tagen mit mindestens acht Zeitstunden und ein warmes Mittagessen an allen Tagen mit Ganztagsbetrieb. Die Ganztagsform ist voll gebunden oder teilweise gebunden, das heißt die ganze Schule oder ein Teil, beispielsweise ein Zug, nimmt verpflichtend am Ganztagsbetrieb teil. Wegen des deutlich erhöhten pädagogischen Förderbedarfs erhalten Grundschulen zusätzlich sechs, Hauptschulen zusätzlich fünf Lehrerstunden je Ganztagsschulklasse und Woche.

Das neue Landesprogramm sieht erstmals vor, dass Ganztagsschulen in offener Angebotsform an öffentlichen allgemein bildenden Schulen mit zusätzlichen Lehrerstunden je Woche ausgestattet werden können. Grundschulen erhalten zusätzlich vier Lehrerstunden je Ganztagsklasse und Woche, Haupt- bzw. Realschulen zwei Lehrerwochenstunden, Gymnasien und Förderschulen bekommen zusätzlich eine Lehrerwochenstunde. Voraussetzung für eine Genehmigung sind auch hier ein pädagogisches Konzept, ein Ganztagsbetrieb an vier Tagen mit sieben Zeitstunden sowie ein warmes Mittagessen. "Der Ausbau von Ganztagsschulen gewinnt auch vor dem Hintergrund des grundlegenden Wandels der Gesellschaft an Bedeutung. Immer mehr Eltern haben den Wunsch, Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Eine qualifizierte und ganztägige pädagogische Betreuung der Kinder an der Schule unterstützt die Eltern in diesem Anliegen", betonte der Minister. Für eine zunehmende Anzahl von Frauen sei die Erwerbstätigkeit zudem eine ökonomische Notwendigkeit. Der demografische Wandel der Gesellschaft mache es erforderlich, dass gut ausgebildete Frauen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden.

Anlage: Tabelle zu den genehmigten Anträgen nach Regierungspräsidien und Schularten (Siehe rechte Spalte, oben)

Hinweis an die Redaktionen
Auf Anfrage teilen wir Ihnen gerne mit, ob eine Schule in ihrem Verbreitungsgebiet in das neue Landesprogramm zum Ausbau von Ganztagsschulen aufgenommen worden ist.


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