START in Berlin: Bildungswege begleiten und Persönlichkeit fördern / Aufnahme des vierten START-Stipendiatenjahrgangs

- Elf engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund neu ins Programm aufgenommen – gefördert durch sieben Partner - Schülerstipendienprogramm baut auf Persönlichkeitsentwicklung und Talent-förderung durch erweitertes Bildungsangebot

30.09.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Der Kreis der Berliner START-Stipendiaten ist heute erneut gewachsen: Elf talentierte, leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. START möchte die Jugendlichen auf dem Weg zum Abitur unterstützen und sie damit in ihrer Integration in unsere Gesellschaft stärken. Die Aufnahmeurkunden überreichte Ludger Pieper in Vertretung von Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Großen Saal des Roten Rathauses. Die sieben Mädchen und vier Jungen haben sich unter 85 Bewerbern durchgesetzt. Ausgewählt wurden sie von der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH und der Deutsche Bank Stiftung, der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", der Goldman Sachs Foundation, dem Rotary Club Berlin-Gendarmenmarkt, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin und der UBS Optimus Foundation Deutschland, die START in Berlin als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 14 bis 17 Jahren besuchen die Jahrgangsstufen 9 und 10 in vier Gymnasien, sechs Gesamtschulen und einer Hauptschule. Ihre Herkunftsländer sind: Israel, Kongo, Kosovo, Libanon, Mongolei, Polen, Russland und Türkei.

"Menschen mit einem Migrationshintergrund sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Der Anteil der Kinder aus diesen Familien an der Schülerschaft nimmt zu. Migrationshintergrund ist schon lange kein ´Ausnahmephänomen´ mehr, sondern eine gewichtige Gruppe, die ein großes Potenzial für unsere Gesellschaft birgt. Die Integration von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache ist eine der wichtigsten Aufgaben der Berliner Schule. Wir müssen alles daran setzen, Vorbilder zu schaffen und Talente zur Entfaltung zu bringen", betont Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner. "Auch der vierte Jahrgang START-Stipendiaten zeigt, wie groß das Potenzial von Schülerinnen und Schülern aus Migrantenfamilien ist. Um dies weiter zu entfalten hat Berlin sich vor vier Jahren entschlossen Partner von START zu werden. Ich gratuliere den elf neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten und bedanke mich bei unseren Partnern."

START zeichnet sich neben der finanziellen Unterstützung vor allem durch eine ideelle Förderung aus. Die Schülerinnen und Schüler erhalten monatlich ein Bildungsgeld in Höhe von 100 €, das für Bildungsausgaben wie Schulbücher, Musikunterricht oder Theaterbesuche vorgesehen ist. Die ebenfalls gestellte PC-Grundausstattung mit Internetanschluss ermöglicht u.a. einen intensiven Austausch der Stipendiaten. Das Herzstück des Stipendiums ist die ideelle Förderung: Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich sollen den Jugendlichen ermöglichen, stärker ihren eigenen Interessen und Talenten nachzugehen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Parallel dazu werden die Schülerinnen und Schüler eine Reihe von Bildungsseminaren besuchen, die ihren schulischen Weg begleiten und eine aktive Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben in Deutschland vermitteln sollen, wie z.B. "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik".

Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH, erläutert den Ansatz des START-Förderungskonzepts: "Die Förderung von jungen Zuwanderern durch Schaffung positiver Anreize, Motivation und Perspektiven ist ein Ansporn zur Integration und zugleich auch eine Investition in die Zukunft des Einzelnen und in die Gesellschaft."

Über die Bildungsseminare hinaus erwarten die Stipendiaten Exkursionen in privatwirt-schaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika. Zu den gesondert in Berlin geplanten START-Aktivitäten zählen Besuche von Veranstaltungen unterschiedlichster Art, wie zum Beispiel der American Academy sowie der Besuch von Bibliotheken, Ausstellungen, Konzerten, Musicals und gemeinsame Sportveranstaltungen. Außerdem sollen Inhalte zu ausgesuchten Themen gemeinsam erarbeitet werden, in der Vergangenheit waren dies zum Beispiel die Weltreligionen, mit Vorträgen der Stipendiaten und Besuchen religiöser Einrichtungen. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden.

START wurde in Berlin im Jahr 2004 zum ersten Mal angeboten. Seitdem ist die Zahl der Förde-rer von drei auf heute sieben Projektpartner angewachsen. Auch in Zukunft ist die Mitwirkung zusätzlicher Unterstützer gewünscht. Dank des anhaltenden Engagements von Partnern der ersten Stunde wie auch von neuen Partnern konnte das Finanzvolumen von START in Berlin stetig ausgebaut werden. Inzwischen beträgt es rund 800.000 €. Dies ist die Grundlage für die Ausweitung des Stipendiatenkreises. Seit 2004 kamen insgesamt 45 Schülerinnen und Schüler in den Genuss des Stipendiums. 16 Stipendiatinnen und Stipendiaten haben bereits ihr Abitur abgelegt. Im Schuljahr 08/09 werden insgesamt 29 Stipendiaten gefördert. "Wir sind stolz darauf, Partner des START-Programms in Berlin sein und damit die Entwicklung junger Führungskräfte unterstützen zu können. Dieses hervorragende Programm hilft begabten jungen Menschen mit Migrationshintergrund, ihre Talente zu fördern und in der Schule, an der Universität und darüber hinaus erfolgreich zu sein", erklärt Dr. Christoph Brand, Managing Director, Goldman, Sachs & Co. oHG und Vertreter der Berliner START-Partner.

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten 2008:

(Vorname, w/m, Alter, Herkunftsland, Wohnort)
Solongo, w, 14, Mongolei, Berlin-Charlottenburg
Bilal, m, 16, Libanon, Berlin-Kreuzberg
Dilan, w, 16, Türkei, Berlin-Kreuzberg
Jasmin, w, 15, Libanon, Berlin-Kreuzberg
Volkan, m, 15, Türkei, Berlin-Kreuzberg
Ksenia, w, 17, Russland, Berlin-Marienfelde
Pierre Maxim Abel, m, 16, Kongo,Berlin-Mitte
Emine, w, 14, Türkei, Berlin-Neukölln
Liridona, w, 16,Kosovo, Berlin-Neukölln
Linda Martha, w, 15, Polen, Berlin-Wedding
Raoul, m, 15, Israel, Berlin-Wilmersdorf

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Damit START weiterhin wachsen und weitere Partner in das Netzwerk aufnehmen kann, hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im September 2007 die START-Stiftung gGmbH als eigenständige Tochtergesellschaft gegründet. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Im Schuljahr 2008/2009 fördert die START-Stiftung mit ihren Partnern insgesamt rund 570 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.


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