START in Rheinland-Pfalz: Bildungswege begleiten und Persönlichkeit fördern

- Sieben engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund neu ins Programm aufgenommen – gefördert durch fünf Partner - Schülerstipendienprogramm baut auf Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung durch erweitertes Bildungsangebot

04.09.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Der Kreis der START-Stipendiaten in Rheinland-Pfalz ist heute erneut gewachsen: Sieben talentierte, leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Schüler-innen und Schüler mit Migrationshintergrund sind in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. START möchte die Jugendlichen auf dem Weg zum Abitur unterstützen und sie damit in ihrer Integration in unsere Gesellschaft stärken. Die Aufnahmeurkunden überreichte die Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, Doris Ahnen, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Plenarsaal des Landtags Rheinland-Pfalz. Die vier Mädchen und drei Jungen haben sich unter rund 40 Bewerbern durchgesetzt. Ausgewählt wurden sie von der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH und der Goldman Sachs Foundation, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, der Nikolaus Koch Stiftung und dem Zonta Club Koblenz Rhein-Mosel, die START in Rheinland-Pfalz als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 15 bis 18 Jahren besuchen die Klassen 9 bis 12 in sechs Gymnasien und einer Realschule. Ihre Herkunftsländer sind: Angola, Irak, die Demokratische Republik Kongo, Kroatien, Russland und Vietnam.

"Deutschland kann es sich nicht leisten, auf die beruflichen Fähigkeiten, die wirtschaftliche Leistungsbereitschaft und das gesellschaftliche Engagement seiner Migrantinnen und Migranten und deren Kinder zu verzichten", sagt Bildungsministerin Doris Ahnen. Das Stipendienprogramm START sei in Rheinland-Pfalz Bestandteil einer breit gefächerten Palette von Förder- und Bildungsmaßnahmen, mit denen das Land – von der Kindergartenzeit bis zum Studium – die Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern fördere. "Vorbilder aus den eigenen Reihen sind bei diesem Integrationsprozess besonders wichtig. Die Erfahrungen mit den bisherigen 23 START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten im Land haben dies unbestreitbar bewiesen", ergänzt Doris Ahnen. Es sei zu hoffen, dass nach und nach ein regelrechtes Netzwerk entstehe, das Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund unterstütze.

START zeichnet sich neben der finanziellen Unterstützung vor allem durch eine ideelle Förderung aus. Die Schülerinnen und Schüler erhalten monatlich ein Bildungsgeld in Höhe von 100 €, das für Bildungsausgaben wie z.B. Schulbücher, Musikunterricht oder Theaterbesuche vorgesehen ist. Die ebenfalls gestellte PC-Grundausstattung mit Internetanschluss ermöglicht u.a. einen intensiven Austausch der Stipendiaten. Das Herzstück des Stipendiums ist die ideelle Förderung: Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich sollen den Jugendlichen ermöglichen, stärker ihren eigenen Interessen und Talenten nachzugehen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Parallel dazu werden die Schülerinnen und Schüler eine Reihe von Bildungsseminaren besuchen, die ihren schulischen Weg begleiten und eine aktive Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben in Deutschland vermitteln sollen, wie z.B. "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik".

Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH, erläutert den Ansatz des START-Förderungskonzepts: "Die Förderung von jungen Zuwanderern durch Schaffung positiver Anreize, Motivation und Perspektiven ist ein Ansporn zur Integration und zugleich auch eine Investition in die Zukunft des Einzelnen und in die Gesellschaft."

Über die Bildungsseminare hinaus erwarten die Stipendiaten Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika. Zu den gesondert in Rheinland-Pfalz geplanten START-Aktivitäten zählen zum Beispiel ein Besuch im Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA (ESOC) in Darmstadt und ein Theaterbesuch in Mainz. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungs-abschlusses verlängert werden.

START wurde in Rheinland-Pfalz im Jahr 2005 zum ersten Mal angeboten. Seitdem ist die Zahl der Förderer von drei auf heute fünf Projektpartner angewachsen. Auch in Zukunft ist die Mitwirkung zusätzlicher Unterstützer gewünscht. Dank des anhaltenden Engagements von Partnern der ersten Stunde wie auch von neuen Partnern konnte das Finanzvolumen von START in Rheinland-Pfalz stetig ausgebaut werden. Inzwischen beträgt es 350.000 €. Dies ist die Grundlage für die Ausweitung des Stipendiatenkreises. Mit dem neu aufgenommen Jahrgang kommen insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler in den Genuss des Stipendiums. Zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten haben bereits ihr Abitur abgelegt.

"Wir sind stolz darauf, die START-Partnerschaft fortzusetzen und damit die Entwicklung junger Führungskräfte unterstützen zu können. Denn dieses hervorragende Programm hilft begabten jungen Menschen mit Migrationshintergrund, ihre Talente zu fördern und in der Schule, an der Universität und darüber hinaus erfolgreich zu sein", erklärt Stephanie Bell-Rose, Präsidentin der Goldman Sachs Foundation und Vertreterin der rheinland-pfälzischen START-Partner.

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten 2008:

(Vorname, Name, Alter, Herkunftsland, Wohnort)
Solin Ahmad, 18, Irak , Ludwigshafen
Verdiana Albano, 15, Angola, Mainz
Lovre Milic, 15, Kroatien, Hachenburg
Lusalla Merveil Nzanza 17, Dem. Republik Kongo, Zweibrücken
Alen Odisho, 18, Irak, Ransbach-Baumbach
Thuy-Linh Phan, 16, Vietnam, Rheinbrohl
Maria Zverev, 15, Russland, Germersheim

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Damit START weiterhin wachsen und weitere Partner in das Netzwerk aufnehmen kann, hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im September 2007 die START-Stiftung gGmbH als eigenständige Tochtergesellschaft gegründet. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Im Schuljahr 2008/2009 fördert die START-Stiftung mit ihren Partnern insgesamt rund 570 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

Kontakt:

Aufbaugymnasium Alzey
Martina Wahlen
Landeskoordinatorin START in Rheinland-Pfalz
Ernst-Ludwig-Straße 47-51
55232 Alzey
Tel.: 0 67 31-49 61 96
Fax: 0 67 31-49 81 61
E-Mail:

Pressekontakt:

START-Stiftung gGmbH
c/o ICPAHL & GÜTTLER
Silke Güttler
Gluckstr. 27 H
60318 Frankfurt a.M.
Tel.: 0 69-66 12 48 52
Fax: 0 69-66 12 48 53
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