Schleswig-Holstein

Start ins neue Schuljahr 2010/11: Weniger Schüler, mehr Lehrkräfte

"Mein erster Schultag" heißt es in der kommenden Woche für rund 24.000 Mädchen und Jungen, die zum Schuljahr 2010/11 eingeschult werden. Das entspricht der Zahl des Vorjahres. Sie beginnen mit der Schule in einem Jahr, in dem es trotz abnehmender Schülerzahlen 1.000 Lehrerinnen und Lehrer mehr gibt als vor zwei Jahren. Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein liegt voraussichtlich bei rund 401.500 und damit rund 5.500 oder 1,4 Prozent niedriger als 2009/10. Das teilte das Bildungsministerium heute (20. August) mit.

23.08.2010 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Der Trend abnehmender Schülerzahlen an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen setzt sich fort. Im neuen Schuljahr werden rund 304.000 Schülerinnen und Schüler erwartet - das sind rund 7.000 oder 2,3 Prozent weniger als 2009/10. Aufgeschlüsselt nach Schularten zeigt sich folgende Situation:

  • Die Zahl der Grundschülerinnen und -schüler sinkt dieses Jahr um rund 2,5 Prozent auf knapp 104.000.
  • An den Hauptschulen des Landes werden im kommenden Schuljahr rund 13.100 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, knapp 41 Prozent weniger als im Vorjahr.
  • Auch an den Realschulen sinkt die Zahl der Kinder und Jugendlichen - um rund 20 Prozent auf rund 37.300.
    Die deutlichen Rückgänge erklären sich vor allem aus der Umwandlung zu Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen.

Es starten weitere 35 Gemeinschaftsschulen, so dass die Gesamtzahl auf 129 Schulen mit knapp 45.600 Schülerinnen und Schülern (2009/10: rund 15.100) steigt. Darin enthalten sind die Schülerinnen und Schüler der bisherigen Gesamtschulen, die allesamt zum neuen Schuljahr als Gemeinschaftsschulen weiterarbeiten. Ebenso starten weitere 14 Regionalschulen – so dass in den nun 66 Regionalschulen rund 9.700 Schülerinnen und Schüler angemeldet sind (2009/10: 5.500). An den Gymnasien des Landes wird ein leichter Rückgang der Schülerzahlen auf insgesamt knapp 85.200 erwartet. Das ist knapp 1 Prozent weniger als 2009/10. Die Schülerzahl an den Förderzentren liegt im neuen Schuljahr bei rund 8.500 Kindern und Jugendlichen.

An den berufsbildenden Schulen werden voraussichtlich 97.600 junge Menschen unterrichtet. Das entspricht einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Unterrichtsversorgung gesichert – 1.436 neue Lehrer eingestellt

Zum Schuljahresbeginn 2010/11 stehen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung 255 neue Stellen zur Verfügung. Zusätzlich zu diesen neuen Stellen können alle durch Pensionierungen frei werdenden Stellen wiederbesetzt werden. Damit verfügen die Schulen im neuen Schuljahr insgesamt über 23.123 Lehrerstellen – das sind über eintausend mehr als vor zwei Jahren (22.029). Im Vergleich dazu sind die Schülerzahlen rückläufig.

Für die Einstellung in den Schuldienst lagen insgesamt 1.943 Bewerbungen für die allgemein bildenden Schulen vor, davon 1.093 (56 Prozent) aus Schleswig-Holstein und 850 aus anderen Bundesländern. Gegenüber dem Vorjahr waren es insgesamt 231 Bewerbungen weniger (davon 41 weniger Bewerberinnen und Bewerber aus anderen Bundesländern).

Aus der Laufbahn der Grund- und Hauptschullehrkräfte lagen 613 Bewerbungen vor; 287 Lehrkräfte für Förderzentren, 487 Realschullehrkräfte und 556 Gymnasiallehrkräfte haben sich beworben. Für die berufsbildenden Schulen erfolgen Bewerbungen ausschließlich im dezentralen Verfahren direkt an die Schulen.

Insgesamt werden zum neuen Schuljahr 1.436 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt. Davon konnten 655 Bewerberinnen und Bewerber auf Dauer in den Schuldienst übernommen werden. Die Einstellungen erfolgen grundsätzlich im Beamtenverhältnis auf Probe. Zusätzlich erhielten bisher 781 Lehrkräfte befristete Verträge (unter anderem Mutterschutz-, Elternzeit- und Krankheitsvertretungen).

Die neuen Lehrkräfte verteilen sich wie folgt auf die Schularten:

  • Schulamtsgebundene Schulen (Grund- und Hauptschulen, Förderzentren, Regionalschulen und Realschulen, Gemeinschaftsschulen ohne gymnasiale Oberstufe) 718 Einstellungen (271 dauerhaft, 447 befristet)
  • Gymnasien: 361 Einstellungen (227 dauerhaft, 134 befristet)
  • Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe: 79 Einstellungen (51 dauerhaft, 28 befristet)
  • Berufsbildende Schulen: An den Berufsbildenden Schulen wurden im Rahmen der Dezentralisierung die Lehrkräfte direkt von den Schulleitungen angeworben. Es erfolgten bisher 278 Einstellungen, davon 106 auf Dauer und 172 befristet.

An Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe wurden 16 Seiteneinsteiger mit den Mangelfächern Physik, Mathematik und Chemie eingestellt, davon neun mit der Fächerkombination Physik/Mathematik. Fünf Quereinsteiger mit Physik/Mathematik wurden in das Referendariat aufgenommen.

Für die berufsbildenden Schulen konnten 11 Seiteneinsteiger gewonnen werden mit den Fachrichtungen Informationstechnik, Metalltechnik, Labor- und Prozesstechnik und Sozialpädagogik sowie mit dem Fach Spanisch. Außerdem wurden 22 Quereinsteiger in das Referendariat aufgenommen.

Vorbereitungsdienst stark nachgefragt

Die Stellen für den Vorbereitungsdienst an den schleswig-holsteinischen Schulen werden stark nachgefragt: Auf die 592 Stellen zum Schuljahr 2010/11 haben sich 1.874 Personen beworben.

1.392 Bewerbungen lagen vollständig und fristgerecht im Ministerium vor, davon entfallen 548 Bewerbungen auf Personen aus Schleswig-Holstein – das entspricht einer Quote von 39,4 Prozent.

Jede zweite Schule bietet Ganztagsangebot

Ab dem Schuljahr 2010/11 werden insgesamt 430 Schulen als Offene Ganztagsschulen arbeiten. Damit macht rund die Hälfte aller allgemein bildenden Schulen und Förderzentren ihren Schülerinnen und Schülern ein außerunterrichtliches Angebot am Nachmittag. Das Land unterstützt diese Schulen mit einer Betriebskostenförderung in Höhe von rund 6,2 Mio. Euro im Schuljahr 2010/11. Neben den bereits bestehenden 24 gebundenen Ganztagsschulen gibt es ab dem neuen Schuljahr insgesamt zehn weitere Schulen in gebundener Form.

Darüber hinaus werden die an rund 220 Grundschulen und Förderzentren bestehenden Betreuungsangebote im Schuljahr 2010/11 mit 1,1 Mio. € unterstützt.

Die Betreuungsangebote im Rahmen der pädagogischen Mittagsbetreuung werden an 60 von insgesamt 100 Gymnasien mit verkürztem gymnasialen Bildungsgang (G8) im Schuljahr 2010/11 mit insgesamt rund 400.000 Euro gefördert.

Was sich ändert

Stichwort Profiloberstufe: Weniger Belastung, mehr Wahlmöglichkeiten, flexiblere Gestaltung der Lerngruppen – das gilt seit diesem Schuljahr für die gymnasiale Oberstufe. So wird in der Profiloberstufe das Unterrichtsvolumen von 102 auf 97 Stunden verringert. Zugleich wird die Zahl der Fächer in den Naturwissenschaften und in den Fremdsprachen bei gleichzeitig erhöhter Stundenzahl reduziert. Bislang gab es in der Oberstufe zwei Naturwissenschaften und zwei Fremdsprachen jeweils zweistündig. An diese Stelle treten jetzt drei dreistündige Fächer - also zwei Naturwissenschaften und eine Fremdsprache oder ein naturwissenschaftliches Fach und zwei Fremdsprachen. Auch kann das Abitur künftig mit vier Prüfungsfächern ablegt werden.

Stichwort Intensivierungsstunden: Sie entlasten die Schülerinnen und Schüler im achtjährigen Bildungsgang der Gymnasien. Vom neuen Schuljahr an gibt es in den G8-Jahrgängen Intensivierungsstunden in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen. In diesen Stunden unterrichten jeweils zwei Lehrkräfte die Klasse. So können Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen den Lernstoff noch einmal wiederholen und vertiefen. Hausaufgaben werden nicht gestellt.

Stichwort Leistungsnachweise/Klassenarbeiten: Vorgesehen ist, die Anzahl der Leistungsnachweise in der Primarstufe und in den Sekundarstufen neu zu regeln. So sollen beispielsweise die Leistungsnachweise in der Sekundarstufe I um ein beziehungsweise zwei pro Fach und Schuljahr verringert werden. In der gymnasialen Oberstufe werden in der Einführungsphase und der Qualifikationsphase weniger Leistungsnachweise verlangt.


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