Startschuss für landesweite Begabtenförderung

Bildungsminister Holger Rupprecht hat heute 24 Stützpunktmitarbeiterinnen und -mitarbeitern der Begabtenförderung ihr Qualifizierungszertifikat übergeben. Damit können die in den vergangenen Monaten an den sechs staatlichen Schulämtern eingerichteten Stützpunkte der Begabtenförderung landesweit mit der Arbeit beginnen.

08.11.2007 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Die Stützpunkte zur Begabtenförderung sind ein weiterer Baustein zur Begabtenförderung. "Generell gilt: Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich nach ihren individuellen Fähigkeiten entwickeln können. Sie sollen durch zusätzliche Angebote dort herausgefordert werden, wo ihre Stärken liegen, und dort Hilfe erfahren, wo es Lernschwierigkeiten gibt", so Minister Rupprecht. "Die regionalen Stützpunkte zur Begabtenförderung werden die Schulen dabei künftig unterstützen. Sie sind Ansprechpartner für Eltern, Schüler und Lehrkräfte und bieten Informations-, Beratungs- und Fortbildungsangebote für Fragen der Identifizierung und zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen."

Die Stützpunkte der Begabtenförderung erfüllen folgende Aufgaben:

  • In enger Zusammenarbeit mit Schulen der jeweiligen Region erarbeiten die Stützpunkte Verfahren für die Identifizierung von Schülerinnen und Schülern mit verschiedensten Profilen besonderer Begabungen und ma-chen Vorschläge für eine individuell angemessene Förderung.
  • An jedem Stützpunkt wird eine Beratungsstelle für Fragen der Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher eingerichtet. Diese Be-ratungsstellen stehen allen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Schul-leitungen und Lehrkräften des Landes Brandenburg offen.
  • An den Stützpunkten werden regionale Informations- und Fortbildungs-veranstaltungen zu Fragen der Identifizierung und Förderung von be-sonders begabten Kindern und Jugendlichen angeboten.

Die Stützpunkte der Begabtenförderung werden eng mit Schulen aller Schulstufen und Schulformen in ihrer Region zusammenarbeiten. Die Grundschulen sollen den Kontakt und die Kooperation mit den Kindertagesstätten ihres Einzugsgebietes suchen und entwickeln. Die weiterführenden Schulen sollen die Zusammenarbeit mit weiterführenden Bildungsstätten, wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, Handwerks- und Industriebetrieben, Sportvereinen und Künstlern suchen und damit Möglichkeiten für eine frühzeitige und zielstrebige Entfaltung von besonderen Begabungen schaffen. Mithilfe dieser regionalen Netzwerke der Begabtenförderung sollen Heranwachsende mit besonderen Begabungen vom Kindergarten durch alle Schulstufen hindurch bis zum Schulabschluss kontinuierlich begleitet und unterstützt werden. Für den Aufbau des Netzwerkes und die Arbeit der Stützpunkte stellt das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport insgesamt sechs zusätzliche Stellen zur Verfügung

Die 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stützpunkte wurden bereits seit dem zurückliegenden Schuljahr durch eine Qualifizierung am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Das Qualifizierungsprogramm beinhaltet folgende Schwerpunkte:

  • Psychologische Aspekte von Begabung wie Intelligenz- und Begabungstheorien, Informationen zu Möglichkeiten schulpsychologischer Begabungsdiagnostik sowie spezielle Problemfelder, etwa Schüler mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche.
  • Pädagogische Aspekte von Begabung wie Kennzeichen besonderer Be-gabungen, Wege zum Erkennen besonderer Begabungen, Verfahren pä-dagogischer Begabungsdiagnostik, traditionelle und neue Modelle der Begabtenförderung sowie Individualisierung des Lernens.
  • Beratungskompetenz, d.h. beispielsweise systemisches individuelles Beraten zur Lernentwicklungsgestaltung bei Lernschwierigkeiten, Motivations- und Akzeptanzproblemen.
  • Allgemeine Methodenkompetenz wie Dokumentieren, Präsentieren und Publizieren sowie Fortbildungsdidaktik.

Ein weiterer Baustein der Begabtenförderung neben den Stützpunkten sind die Leistungs- und Begabungsklassen, die seit diesem Schuljahr an 34 Standorten arbeiten. Begabtenförderung geschieht aber auch außerhalb der Leistungs- und Begabungsklassen. In allen Schulamtsbereichen werden für Vorhaben und Projek-te zur Begabtenförderung zusätzliche Lehrerwochenstunden – etwa zur Vor-bereitung und Durchführung von Olympiaden, für überregionale AGs, für bilingualen Unterricht, für Musikförderung oder für Einzelförderung – zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zur Begabtenförderung gibt es im Internet.


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