Bayern:

Talentförderung an der Realschule

Die "Überflieger" unter den Schülern stehen heute im Fokus einer Fachtagung in München. Bildungsexperten beschäftigten sich mit der Frage, wie besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler an allen Schularten gefunden und besser gefördert werden können. Organisiert haben die Veranstaltung der Deutsche Lehrerverband (DL) und die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) – der auch der Bayerischer Realschullehrerverband angehört - sowie die Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) und der Bund Freiheit der Wissenschaft (bfw).

30.04.2014 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Der Vorsitzende des brlv, Anton Huber, will die Entwicklung junger Talente an den bayerischen Realschulen weiter vorantreiben: "Die individuelle Förderung unserer Besten an den Realschulen ist ein wichtiges Thema, welches auch Bildungsminister Dr. Spaenle vehement unterstützt", erklärt Huber. "Eine umfassende Betreuung nach unseren Vorstellungen ist mit den derzeitigen Mitteln allerdings nicht möglich. Dafür brauchen wir von Seiten des Freistaats dringend mehr Unterstützung, vor allem mehr Lehrerstunden."

An Bayerns Realschulen wird seit langem auf Initiative des brlv der Gedanke der Talentförderung umgesetzt. Früher hat man besonders begabten Schülern die Möglichkeit geboten, eine Jahrgangsstufe zu überspringen, heute setzt man dagegen mehr auf das Konzept des "Enrichments". Dabei verlassen die Jugendlichen die Schule nicht ein Jahr früher, sondern bekommen stattdessen zusätzliche Angebote zum normalen Unterricht, z. B. Förderung in einem fünften Abschlussprüfungsfach. Der Schüler bleibt also in seiner Klasse an seiner Realschule, erhält aber zusätzliche individuelle Lernmöglichkeiten. Hinzu kommen weitere Förderangebote für andere Schüler wie bilingualer Sachfachunterricht, z. B. Geschichte in englischer Sprache oder Förderung auf hohem Niveau in Musik oder Kunstklassen. Bei Eltern und Schülern kommt das Konzept der Talentklassen mit einer zusätzlichen Ausbildung in einem fünften Abschlussprüfungsfach mit zusätzlichem Zertifikat sehr gut an. Sie sehen darin einen größeren Mehrwert als bei einer Verkürzung der Ausbildungszeit.

Um die "individuelle Lernzeit" im Sinne einer breiteren Talentförderung nicht nur erhalten, sondern weiter ausbauen zu können, fordert der brlv die Staatsregierung auf, den Plan "Bildungs- und Erziehungsoffensive 2014" umzusetzen, den der Verband zusammen mit der Vereinigung Bayerischer Realschuldirektoren und dem Landes-Realschulelternverband vorgelegt hat. "Wir müssen die individuelle Förderung unserer Schülerinnen und Schüler weiter ausbauen, um der großen Bandbreite an Begabungen gerecht zu werden. Dafür brauchen wir zusätzliche Lehrkräfte und zusätzliche Mittel. Nur so können wir die Realschule modern und erfolgreich weiterentwickeln, zum Wohle der Schülerinnen und Schüler", erklärte Huber.

www.brlv.de

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Verband Reale Bildung

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