Thema Schulbuch: Warum müssen Schulbücher genehmigt werden?

Besser auf Herz und Nieren geprüft als ein Schulbuch ist in Deutschland wohl kaum eine Veröffentlichung. Bevor Schülerinnen und Schüler mit ihm arbeiten dürfen, durchläuft es zahlreiche "Sicherheitschecks" im Verlag und macht am Schluss noch ein staatliches "Examen".

23.09.2004 Pressemeldung Cornelsen Verlag GmbH

Schulbücher im Prüfungsstress Die Lehrpläne der Kultusministerien sind unumstößlicher Maßstab für Schulbuchautoren. Sie geben Themen und Lernziele vor. Dennoch gleicht kein Schulbuch dem anderen. Dafür sorgt die unterschiedliche Ausgestaltung der Inhalte und die konzeptionelle Ausrichtung für die verschiedenen Ziel-gruppen. Die Redaktionen des Cornelsen Verlages achten sorgfältig darauf, dass Autoren die Lehrplanvorgaben 100% einhalten. Zu groß ist die Gefahr, dass ein Schulbuch im so genannten Genehmigungsverfahren die Zulassung nicht bekommt: Das Verfahren ist für die Verlage mit hohen Kosten verbunden, denn die Ministerien verlangen für jedes Schulbuch Prüfungs-gebühren. Zudem kann das Buch oft nur ein Mal im Jahr zur Prüfung eingereicht und mit entsprechender Verzögerung verkauft werden. Denn nur zugelassene Bücher dürfen von den Schulen angeschafft werden.

Welche Kriterien gelten für Schulbücher? In erster Linie überprüfen zwei bis drei bestellte Gutachter anhand zahlreicher Kriterien, ob ein Schulbuch für den Einsatz an den Schulen im jeweiligen Bundesland geeignet ist: Können Lehrkräfte mit dem Buch die Themen und Ziele der Lehrpläne umsetzen und erreichen? Werden Aspekte des Grundgesetzes wie z. B. die Gleichstellung der Geschlechter berücksichtigt? Daneben wird geprüft, ob die Inhalte fachwissenschaftlich abgesichert sind und methodisch-didaktischen Grundsätzen entsprechen. Auch altersgemäße Gestaltung spielt eine Rolle. Die Ministerien entscheiden auf der Basis der Gutachten, ob ein Schulbuch zugelassen wird.

Welche Schulbücher betrifft das? Im Genehmigungsverfahren prüfen die Kultusministerien in der Regel in den meisten Bundesländern nur die reinen Lehrwerke. Jedes Bundesland legt für sich fest, ob und für welche Fächer das gilt. Arbeitshefte, Nachschlagewerke oder Lexika beispielsweise gehören nicht dazu.

Überflüssiges Verfahren oder nicht? Viele Bundesländer gehen bereits dazu über, in einigen Fächern den Verwaltungsakt des für öffentliche Hand und Verlage kosten- und zeitaufwändigen Genehmigungsverfahrens zu vereinfachen und prüfen die Titel nicht mehr einzeln. Lehrpläne bleiben auch ohne "Staatsexamen" Richtschnur und Maßstab für Schulbücher, denn Lehrerinnen und Lehrer sind verpflichtet danach zu arbeiten und sind in der Lage, geeignete Lehrbücher selber zu beurteilen und auszuwählen.

Ansprechpartner

Cornelsen Verlag GmbH
Irina Groh
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mecklenburgische Str. 53
14197 Berlin
Telefon: +49 30 897 85-563
Fax: +49 30 897 85-97-563
E-Mail: Irina.Groh@cornelsen.de
Web: www.cornelsen.de/presse


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