Treibt die FDP den Kultusminister zum Wortbruch?

"Wohin treibt die Bildungspolitik in Bayern? Es ist geradezu beschämend und unverantwortlich, wenn man sich nicht mehr auf die Aussagen oder gar Verträge seitens der Politik verlassen kann", empört sich Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands. "Wir sehen derzeit leider deutliche Anzeichen, dass der Koalitionspartner FDP nichts unversucht lässt, sich um jeden Preis bildungspolitisch zu profilieren. Begriffe wie Bildungsqualität oder Schülerwohl kommen nicht mehr vor. Selbst die klaren Aussagen im Koalitionsvertrag werden in Frage gestellt: In diesem ist eindeutig festgehalten, dass bei den Kooperationsmodellen die eigenständigen Schularten Hauptschule und Realschule erhalten bleiben und keine Vermischung der Schulen stattfindet. Wenn einige Vertreter innerhalb der FDP nun erreichen wollen, dass die Lehrkräfte beider Schularten willkürlich austauschbar seien, bedeutet dies, dass die FDP den Minister und das Kabinett zum Wortbruch treiben möchte!", so Huber verständnislos.

08.03.2009 Pressemeldung Verband Reale Bildung

"Die Vermischung der Schularten bildet eindeutig die Grundlage für die Auflösung der Schularten in Bayern. Dabei steht unser bayerisches Schulwesen bei allen internationalen Vergleichen stets hervorragend da – und genau dies soll nun machtpolitischen Erwägungen geopfert werden!", führt Huber aus.

"Dagegen würden wir uns vehement mit allen Mitteln wehren, denn das Schlimme dabei ist, dass dies unverantwortlicherweise auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen wird." bringt Huber deutlich seinen Unmut zum Ausdruck.

"Wortbrüche, willkürliche und kurzfristige Änderungen, diffuse Zeitvorgaben und unklare Inhalte möglicher Änderungen ergeben viel Raum für Spekulationen. Eltern und Lehrkräfte empfinden nur noch Unruhe und Ziellosigkeit in der Bildungspolitik. Von Verlässlichkeit, Planungssicherheit und einer qualitativen Weiterentwicklung unseres Bildungswesens ist keine Spur zu erkennen!" empört sich Huber. "Dem so geschätzten Bayerischen Bildungswesen droht das Bildungschaos, weil das Machtspiel von Koalitionsparteien in Bayern zunehmend an Fahrt gewinnt. Eltern und Lehrkräfte haben für dieses Machtspiel kein Verständnis und das wird sich sehr bald in Wahlentscheidungen der Bürger niederschlagen", schließt Vorsitzender Huber.

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Verband Reale Bildung

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