Übertrittsphase statt Übertrittszeitpunkt ohne Verlängerung der gemeinsamen Grundschulzeit

Die Pläne des bayerischen Kultusministeriums hinsichtlich des zukünftigen Übertrittsverfahrens, die bereits mehrfach vom Bayerischen Realschullehrerverband begrüßt wurden, können nun auch durch eine Umfrage des brlv bestätigt werden. Im Zeitraum vom 11. März bis zum 27. März 2009 nahmen 430 Personen an der Umfrage, die die Übertrittsmodalitäten zum Schwerpunkt hatte, teil. "Unsere Umfrage zeigt, dass nun die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt wurden und diese auch akzeptiert werden." freut sich Anton Huber, Vorsitzender des brlv. So sind 90% der Befragten dafür, dass auch weiterhin an festen Leistungskriterien in Form von Noten festgehalten wird.

22.04.2009 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Auch wurde bestätigt, dass die Grundschullehrkräfte hervorragende Arbeit leisten, indem 73% angaben, dass Grundschulgutachten sehr aussagekräftig seien und diese Lehrkräfte auch in Zukunft wieder in den Probeunterricht eingebunden werden sollten (65%). Allerdings waren 64% der Befragten der Meinung, dass man das Übertrittsverfahren noch verbessern könnte, wenn man eine zentrale Prüfung an der aufnehmenden Schule einführen würde. "Dies würde den so oft bemängelten Druck aus der Grundschule nehmen und das sollte unser Ziel sein.", so der Vorsitzende. Den Druck nicht lindern könnte man laut Huber jedoch durch eine verlängerte gemeinsame Grundschulzeit. Bestätigt wird diese Aussage durch eine FORSA-Umfrage vom November 2007, bei der sich 63% der Befragten gegen eine verlängerte Grundschulzeit aussprachen, genauso wie durch die brlv-Umfrage, deren Ergebnisse zeigen, dass 72% den Übertritt nach der 4. Jahrgangsstufe als richtig empfinden. Zudem kann man ja nun nicht mehr von einem Übertrittszeitpunkt sprechen, sondern von einer Übertrittsphase, denn das Modell sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler zukünftig nicht nur nach der 4. Jahrgangsstufe auf die Realschule übertreten können, sondern auch nach der 5. und 6. Klasse soll dieser Wechsel möglich sein. In Form von Intensivierungskursen sollen den Schülern der Hauptschule in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch Förderangebote dargeboten werden, die einen Eintritt in die nächst höhere Jahrgangsstufe der Realschule ermöglichen sollen.

"Dieses Modell ist für uns so interessant, da hier Brücken gebaut werden, um jedes Kind begabungs- und kindgerecht zu fördern. Auch dem Wunsch der Gesellschaft, die Durchlässigkeit noch weiter zu erhöhen und somit den Übertrittsdruck aus der Grundschule zu nehmen ohne den Elternwillen unnötig aufzuweichen, wird hier Rechnung getragen!", sagt Anton Huber. Dies spiegelt sich auch in der Befragung wieder, bei der 90% der Meinung waren, dass nun durch dieses differenzierte Schulsystem mit der erweiterten Durchlässigkeit die Chancen der Schüler noch weiter verbessert wurden. Des Weiteren ist die Erhöhung der Chancen von Spätentwicklern, die bis zum Ende der 6. Klasse die Möglichkeit haben, auf die Realschule zu wechseln, hervorzuheben. "Wir gehen davon aus, dass viele Kinder dieses Angebot annehmen und nach der 5. Klasse Hauptschule direkt in die 6. Jahrgangsstufe an der Realschule übertreten werden.", so der Vorsitzende.

Den Erfolg des Modells sieht Huber jedoch an einige Prämissen geknüpft. "Es müssen die stringenten Übertrittskriterien eingehalten werden, um den Schülern ein Scheitern an der Realschule, das schnell am Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schülern nagen kann, zu ersparen. Außerdem muss die Eigenständigkeit der Schularten unbedingt gewahrt werden, auch wenn die Zusammenarbeit intensiviert wird. Wird dies bedacht, so hätten wir ein Konzept gefunden, das unsere Kinder noch bedarfsgerechter und schülerorientierter fördert!", schließt Huber.

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Verband Reale Bildung

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