Übertrittsverfahren bei Lehrern schon durchgefallen
Die aktuelle Umfrage des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV) bestätigt die Kritik der SPD-Fraktion am neuen Übertrittsverfahren von der Grundschule in die weiterführenden Schulen. Die jüngst durchgeführte Umfrage unter 2700 Grundschullehrern hat ergeben, dass 85 Prozent der Befragten keine wesentliche Verbesserung durch die beabsichtigte Änderung erwarten.
24.03.2009 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands"Spaenles Reform ist schon durchgefallen, bevor sie überhaupt in Kraft tritt – das ist schon bemerkenswert", erklärt dazu der SPD-Bildungssprecher Hans-Ulrich Pfaffmann. Mit dem neuen Verfahren werde die Übertrittsphase mit Leistungsdruck und Schulstress ab dem neunten Lebensjahr verlängert, stellt Pfaffmann fest. Die Nachhilfekosten für die Eltern werden ebenso steigen wie die Angst der Schüler. Der Bildungspolitiker vermutet, dass mit der neuen Übertrittsphase nicht die Förderung der Kinder im Mittelpunkt steht, sondern die Selektion.
Das neue Übertrittsverfahren sei darüber hinaus keine bildungspolitische Maßnahme im Interesse der Familien und der Kinder, sondern alleine dem Koalitionsfrieden geschuldet: "Die CSU entfernt sich immer mehr von den fachpraktischen Notwendigkeiten an den Schulen und agiert parteipolitisch auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler. Und die FDP macht mit! Mit dieser Koalition wird es keine Verbesserungen im Schulbereich geben", so Pfaffmann.
Der Bildungspolitiker fordert eine nachhaltige Reform des Übertrittsverfahrens mit längerer gemeinsamer Schulzeit und der Freigabe des Elternwillens bei der Übertrittsentscheidung. Nur so könne der massive Leistungsdruck auf die Kleinsten verringert werden und mehr Bildungsgerechtigkeit geschaffen werden.
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