Unterrichtsmaterialien von Unternehmen

(bikl/hf) Unternehmen spenden Unterrichtsmaterialien, Lehrer von Schulen lassen sich mit ihren Anfragen vernetzen und greifen auf Sachspenden zu. Das Modell klingt einfach, und doch wird es ein Kraftakt, die neue Plattform [www.schule-trifft-wirtschaft.de](http://www.schule-trifft-wirtschaft.de) mit Leben zu füllen. Vorgestellt wurde sie jetzt auf der didacta in Köln.

02.03.2007 Artikel

"Die Unternehmen halten gute Lernmaterialien bereit", ist sich Prof. Klaus Müller-Neuhof sicher, "sie müssen mehr Abnehmer finden als bisher." Müller-Neuhof ist Professor für Betriebliches Kommunikationsmanagement an der Universität Erfurt. Bereits 1976 gründete er die Agentur Complan Medien GmbH, die sich auf Bildungsthemen spezialisiert hat. Nun wächst im Internet die Plattform www.schule-trifft-wirtschaft.de mit einer Datenbank an Sponsor-Firmen und einer Bewertung der dort verfügbaren Materialien. "Wir konzentrieren uns auf Sponsoring von Unterrichtsmaterialien", stellt Müller-Neuhof klar.

Prof. Hans Merkens, ebenfalls maßgeblich an der Entwicklung der Plattform beteiligt, wird ein Qualitätssiegel entwickeln. "Unternehmen erhalten die Möglichkeit, ihre Unterrichtsangebote bewerten zu lassen", erklärt Merkens. Ein Expertenteam, in dem auch Lehrer vertreten sind, wird die Materialien begutachten und mögliche Einsatzgebiete beschreiben.

Was muss ein Lehrer tun, wenn er sich für Lehrmaterial interessiert? Er geht auf die Webseite, gibt Schulfach und Altersklasse der Schüler ein und bekommt die aktuellen Angebote aufgelistet. Dann kann er das Material eines Herstellers anfordern. Der Lehrer kann sich auch in der Datenbank mit Anfragen registrieren und bekommt per E-Mail Antwort, sobald ein passendes Angebot aufgenommen wird. "Wir sammeln keine Lehrerdaten", versichert Christoph Koch, der die Plattform aufbaut.

Sponsoring an bundesdeutschen Schulen ist gesetzlich erlaubt – nur Werbung an Schulen ist in neun von sechzehn Bundesländern verboten. Ein Trend ist demgegenüber unübersehbar: Gab die öffentliche Hand im Jahr 1991 noch knapp 400 Mio. Euro für neue Schulbücher aus, waren es 2006 nur noch 220 Millionen Euro. Lerneinheiten etwa zu Globalisierung, Biodiesel, Brennwerttechnologie oder Diabetes werden da immer mehr Lehrern als aktuelle Ergänzung willkommen sein.


Weiterführende Links

  • Wirtschaft trifft Schule

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