Bayern

Unterrichtsversorgung hängt am seidenen Faden

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fordert eine Verbesserung der Einstellungssituation und bessere Arbeitsbedingungen für junge Lehrerinnen und Lehrer an den bayerischen Schulen.

06.11.2012 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ), Evelyn Westphal, fordert angesichts der bevorstehenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2013/14, weitere Einstellungen, um dem drohenden Unterrichtsausfall entgegenzutreten.

Die katastrophalen Einstellungszahlen der letzten Jahre vor allem im Bereich der Grundschulen sowie bei bestimmten Fächerkombinationen an Realschulen und Gymnasien führen für viele ausgebildete Lehrkräfte direkt in die Arbeitslosigkeit.

"Der steigenden Heterogenität unserer Kinder in Hinblick auf ihre individuelle Lernbiographie und ihren Sozialisationsprozess kann aber nur durch eine Erhöhung des qualifizierten Fachpersonals an unseren Schulen angemessen begegnet werden. Deshalb fordern wir weiterhin eine Senkung der Klassengrößen und verstärkte Stundenzuweisungen zur individuellen Förderung", so Westphal.

Im September wurden rund zwei Drittel der Lehramtsanwärter für Grundschulen nicht in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen. Einige "Glückliche" durften sich mit Angestelltenverträgen trösten oder auf eine befristete Einstellung im laufenden Schuljahr hoffen, wenn krankheitsbedingte Ausfälle zur Nachbesserung des Personals zwingen. Doch diese befristeten Verträge sind nur der vielzitierte "Tropfen auf den heißen Stein": Schon Mitte Oktober waren in vielen Schulamtsbezirken die Mobilen Reserven zur Deckung krankheitsbedingter Ausfälle knapp geworden. Und das, obwohl die Grippewelle noch nicht um sich gegriffen hat.
"Wenn in der nahen Zukunft nicht mehr Lehrpersonal eingestellt wird, wird die Zahl der ausfallenden Unterrichtsstunden drastische Ausmaße annehmen", prophezeit die ABJ Vorsitzende. Aufgrund der unerwartet hohen Schülerzahlen an den Mittelschulen wurden kurz vor Schuljahresbeginn zudem noch viele Stunden von den Grund- an die Mittelschulen verschoben. Dies hatte zum Teil gravierende Folgen für die Stundenplangestaltung an den Grundschulen: Vielerorts konnte nur das Pflichtprogramm umgesetzt werden, "besonderer Unterricht" wie Arbeitsgemeinschaften und Förderstunden blieben dadurch auf der Strecke. Und damit auch ein Teil der oft von offizieller Seite vielzitierten individuellen Förderung.

Erfolgreiches Lernen an unseren bayerischen Schulen ist ohne eine angemessene Personalzuweisung nicht möglich. Daher der Appell an die verantwortlichen Politiker, "sich nicht nur von wirtschaftlichen Interessen leiten zu lassen, sondern an das Wohl aller Kinder zu denken. Sie sind die Zukunft unseres Landes!"


In der ABJ sind derzeit rund 12.000 junge Lehrer/innen organisiert. Sie gehört dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband an.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden