VBE: Alle Schulen müssen Pflichtschulen sein

"Alle Schulformen müssen verpflichtet sein, die von ihnen aufgenommenen Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern und zum Abschluss zu führen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Das würde die Hauptschule von ihrem Sonderstatus, alle von den anderen Schulformen abgeschulten Kinder aufnehmen zu müssen, und vom Stigma der ´Restschule´ befreien."

03.09.2007 Niedersachsen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Landesregierung geht davon aus, dass Kinder im Alter von neun Jahren "begabungsgerecht" auf die Schulformen des gegliederten Systems verteilt werden können. Damit diese Zuteilung auch wirklich `passgenau` vonstatten gehen kann, hat sie den Prognoseunterricht eingeführt. Alles Weitere soll nach den Vorstellungen der Landesregierung die individuelle Förderung regeln, auf die ja laut Schulgesetz jedes Kind ein Recht hat.

"Das zusammengenommen müsste bedeuten, dass es künftig keine Abschulungen mehr geben wird", so Beckmann weiter. "Folglich braucht man auch keine einzelne Schulform mehr, die dazu verpflichtet ist, alle abgeschulten Kinder aufzunehmen. Stattdessen müssen alle Schulformen Pflichtschulen sein."

Die Landesregierung erklärt immer wieder, die Hauptschule fördern und attraktiver machen zu wollen. Solange aber ausschließlich die Hauptschule Pflichtschule ist, kann sie kein eigenes Profil entwickeln, sich folglich keinen eigenen Markt erobern und nicht mit den anderen Schulformen in den von der Landesregierung gewünschten fairen Wettbewerb treten.

"Alle Schulen zu Pflichtschulen zu machen, wäre also nur die logische Konsequenz der Schulpolitik der Landesregierung", so Beckmann abschließend.


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