Baden-Württemberg

VBE: Arbeitszeitkonten bei Lehrern sind keine Lösung für die Finanzprobleme der Landesregierung

Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht man mit Sorge, dass Finanzminister Willi Stächele (CDU) schon wieder versucht, im Bildungsbereich Einsparungen vorzunehmen und damit gegen die eindeutige Vorgabe von Ministerpräsident Stefan Mappus handeln will.

23.08.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Arbeitszeitkonten bei Lehrern, wie der Finanzminister sie möchte, bringen nach Auffassung des VBE nicht mehr Effizienz, da Beamte schon jetzt wählen kön­nen, ob sie mit vollem Deputat oder in Teilzeit arbeiten. Und Arbeitszeit, die über die 100 Prozent-Marke hinausgeht, schadet auf Dauer den davon betroffe­nen Lehrern und damit auch den Schulen und deren Schülern.

Ab 1998 hat die Landesregierung mit der "Vorgriffsstunde" Lehrern fünf Jah­re lang wöchentlich einen Zwangszeitkredit abverlangt, um damals nicht noch mehr Pädagogen einstellen zu müssen.

Nach einer fünfjährigen Karenzzeit werden den Lehrern seit 2008 die vorgearbei­teten Unterrichtsstunden über fünf Jahre verteilt wieder zurückgegeben. Noch ist dieser Zeitkredit nicht abgezahlt, da meldet der Finanzminister schon wieder Begehrlichkeiten mit Arbeitszeitkonten an und denkt dabei in erster Linie sicher nicht an weniger Unterricht für die Lehrer.

"Wenn die Kosten für Krankheitsvertretungen im Schulbereich dem Finanzmi­nister über den Kopf wachsen, haben das auf keinen Fall die Lehrer zu verantworten", kontert der VBE-Sprecher. Meist müssten Pädagogen bei Er­krankungen von Kollegen immer wieder zusätzlich einspringen oder sogar zwei Klassen parallel unterrichten. So etwas mache auf Dauer auch Gesunde krank.

Massiv ausfallender Unterricht macht Eltern wütend, und vor diesem geball­ten Unmut der Elternschaft hat die Landesregierung unmittelbar vor den Land­tagswahlen wohl nicht ganz unberechtigt große Sorge.

Eine stabile Lehrerreserve vor Ort an der Schule - oder als "Feuerwehr" bei den Schulämtern angesiedelt - würde bei akuten Krankheitsfällen helfen, den Unter­richtsausfall möglichst gering zu halten und die gesunden Kollegen nicht durch Mehrarbeit zusätzlich über Gebühr zu belasten.


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