VBE fordert "Verstetigung" bei der Lehrereinstellung

"Man kann schon jetzt ausrechnen, wie viele Grundschullehrer insgesamt benötigt werden, wenn die Babys von heute in fünf oder sechs Jahren in die Schule kommen. Das ist die Zeitspanne, die man auch braucht, um Lehrer solide auszubilden", sagt Rudolf Karg (Karlsruhe), Chef des Verbandes Bil­dung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, und verweist auf die wie­derholte VBE-Forderung nach einer langfristigen Lehrerbedarfsplanung.

09.02.2009 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Der VBE-Vorsitzende fordert die Aufstellung einer professionellen Lehrerbe­darfsprognose für alle Schularten über ein Jahrzehnt. An den Schulen des Lan­des dürfe es nicht zugehen wie in einem Supermarkt: mal Lehrerschwemme, mal Lehrermangel - je nach Angebot und Nachfrage oder nach Saison.

Einerseits sucht die Landeregierung mit Anzeigen verzweifelt nach Gymnasial- und Berufsschullehrern für bestimmte Mangelfächer, andererseits ist ein Groß­teil der ausgebildeten Grund- und Hauptschullehrer nach Beendigung des Refe­rendariats bereits zwei Jahre hintereinander nicht (direkt) übernommen worden.

"Junge Menschen haben ein Recht darauf, verlässlich zu erfahren, ob es aus­sichtsreich ist, ein Lehramtsstudium aufzunehmen", kritisiert Karg und spricht sich aus Qualitätsgründen für eine "Verstetigung" bei der Lehrereinstellung aus.

Mit Vehemenz wendet sich der VBE-Chef gegen die Rekrutierung von Querein­steigern, die nach einer Schnellbleiche zu Pädagogen umetikettiert werden, so­wie gegen "Billiglehrer", die - wie letztes Jahr geschehen - nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats als Pädagogischer Assistenten "zum halben Preis" durch die Hintertür in die Schule geholt worden sind.

Eine Absenkung der Grundschullehrerbesoldung lehnt der VBE generell ab.

Für eine langfristige Lehrerbedarfsplanung sind nach Auffassung des VBE ne­ben den Geburtenzahlen noch weitere Faktoren zu berücksichtigen: Trends bei der Schullaufbahnwahl, der Fächerbedarf, anstehende Pensionierungen von Leh­rern, (Alters-)Teilzeit und Beurlaubungen bei Pädagogen, Schulentwicklungs­programme und neue Unterrichtsmodelle sowie die gewünschte Zunahme von Ganztagesschulen. Auf jeden Fall muss die Lehrerreserve für krankheitsbedingte Ausfälle deutlich erhöht werden.


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