VBE: Gerade noch ausreichend ist in der Bildungs­politik nicht genug

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg moniert, dass die Landesregierung aus den letzten Einstellungsrunden zu wenig ge­lernt hat. Wieder müssen zu viele Lehrer nach Beendigung des Vorberei­tungsdienstes der Schule den Rücken kehren. Allein im Grund- und Haupt­schulbereich stehen 3.303 Alt- und Neubewerbern nur 1.000 Einstellungs­zusagen gegenüber. Von insgesamt 9.835 Bewerbern werden 5.000 über­nommen, und das vor allem dazu, um ausgeschiedene Lehrkräfte zu ersetzen.

09.07.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

"Wer gute Schulen für alle will, muss mehr Geld in die Hand nehmen", fordert VBE-Chef Rudolf Karg. Genau wie in den beiden letzten Jahren ist die 100-Prozent-Versorgung der Schulen amtlicherseits so definiert, dass ja nichts pas­sieren dürfe, damit der Pflichtunterricht nicht gefährdet werde. Der Ergänzungsbe­reich - dazu gehören insbesondere Stütz- und Förderkurse für die Schüler und AG-Stunden - kann nicht so angeboten werden, wie ihn die Schulen eigentlich benötigten. Im Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulbereich stehen auch 2009 wieder rund zwei Drittel aller Bewerber trotz ordentlicher Abschlüsse auf der Straße, weil sie kein Einstellungsangebot bekommen haben. "Vor Jahren wur­den junge Leute zum Lehramtsstudium regelrecht gedrängt; und nun werden zu viele davon im Regen stehen gelassen", schimpft VBE-Chef Karg.

Im Grund- und Hauptschulbereich stehen 3.303 Bewerbern lediglich 1.000 Ein­stellungen gegenüber. Ähnlich prekär ist die Situation an den Sonderschulen (200 Einstellungen bei insgesamt 863 Bewerbern) und im Realschulbereich mit 1.794 Interessenten und nur 850 Einstellungen. Selbst wenn der eine oder andere Junglehrer noch eine Zusage erhalten sollte, entlässt man doch zu viele gut aus­gebildete Pädagogen in die Arbeitslosigkeit.

Solange Unterrichtsstunden an den Schulen ausfallen müssen, der Klassenteiler nicht schneller spürbar gesenkt und die individuelle Förderung der Schüler nicht intensiver ausgebaut wird, kann der VBE nicht nachlassen, die verantwortlichen Politiker auf die wenig zukunftsorientierte Behandlung des Bildungsbereiches hinzuweisen. "Die Landespolitik muss lernen, dass Bildung eine der ganz weni­gen Ressourcen des rohstoffarmen Baden-Württembergs ist. Gerade noch aus­reichend ist in der Bildungspolitik nicht genug", mahnt VBE-Chef Karg.


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