VBE: Kinderreiche Familien sind selten reich
"Kinder werden heute immer weniger als Bereicherung, denn als Belastung angesehen", behauptet der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Kinder zu haben, bedeute immer mehr gesellschaftliche Ausgrenzung und bewirke häufig ein Abrutschen in die Armut.
13.06.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDie rasante Entwicklung zu einer Spaß- und Erlebnisgesellschaft bei gleichzeitiger Zunahme von Egoismus und sozialer Kälte habe mit dazu geführt, dass die Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft einzusetzen und persönliche Einschränkungen auf sich zu nehmen, deutlich gesunken sei, moniert der Verbandssprecher. Obwohl "Reichtum" sich für die meisten Menschen gut anhöre, sei heute das Wort Kinderreichtum eindeutig negativ besetzt. Reich an Kindern zu sein, bedeute in der Realität häufig, arm durch Kinder zu werden und in der sozialen Hierarchie abzurutschen. Kinderarmut und Kinderlosigkeit führen jedoch in letzter Konsequenz zum Aussterben einer Gesellschaft.
Der VBE macht sich für einen gesellschaftlichen Umdenkungsprozess stark. Ausgaben der öffentlichen Kassen für Familien, für Betreuung, Bildung und Erziehung sollten weniger als negative "Unkostenposten" angesehen werden, sondern vielmehr als sinnvolle Investitionen in die Zukunft.
Aber nicht nur finanziell, auch ideell müsse die Bereitschaft, Kinder zu bekommen, zu betreuen, zu erziehen und zu versorgen eine spürbare gesellschaftliche Aufwertung erfahren. Durch die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum und eine bessere Förderung junger Familien, durch den Ausbau qualitativ hochwertiger Kindergärten und Horte, durch die Stärkung der Schulen mittels verbesserten Rahmenbedingungen, durch wirkungsvolle Hilfsangebote in schwierigen Lebens- und Erziehungssituationen sowie durch Überwindung der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Paaren mit mehreren Kindern könnte der negativen demographischen Entwicklung wirkungsvoll entgegengesteuert werden.
Es sei erfreulich, wenn heute immer mehr Menschen bei relativ guter Gesundheit respektive medizinischer Unterstützung immer älter werden dürfen, so der VBE-Sprecher, es sei auf Dauer aber Gift für die Gesellschaft, wenn es gleichzeitig immer weniger Kinder gebe.
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